Paulas Nachrichten

Paula drückt den Mädels die Daumen

25.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas gekommen. Er saß auf dem Sofa und hat ein Heftchen gelesen. Ein Fußballheftchen natürlich. Das konnte ich gar nicht glauben. Schließlich ist doch gerade Sommerpause!

Also habe ich ihn gefragt: „Kannst du sogar in der Sommerpause nur an das runde Dings denken?“ Er hat gelächelt und ganz langsam sein Heftchen zugeklappt. Dann hat er gesagt: „Aber, Paula, wer spricht denn hier von Sommerpause? In zwei Tagen beginnt die WM!“

Das konnte ich natürlich nicht glauben. Der Andreas will mich ja oft veräppeln. Also habe ich ihn angeschnattert: „WM? Dann steht die Abkürzung aber nicht für Weltmeisterschaft, sondern für Witzmeisterschaft? Oder? Denn bestimmt ist das nur ein Witz von dir!“

„Mensch, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Du kannst mir ruhig mal etwas glauben. Am Sonntag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Und zwar in Deutschland! Aber es spielen nicht unsere Jungs.“

Das fand ich noch komischer. „Eine Fußball-WM in Deutschland und unsere deutsche Mannschaft soll nicht dabei sein?“, habe ich ganz ungläubig gefragt.

„Aber freilich ist eine deutsche Mannschaft dabei! Und zwar eine sehr gute! Aber es spielen nicht die Jungs, sondern die Mädels!“

Das fand ich toll. Ich habe mir sowieso schon oft gedacht: Bestimmt können auch Frauen ganz toll Fußball spielen. „Sind die deutschen Mädels denn genauso gut wie die deutschen Jungs?“

„Genau so gut ist gut“, hat der Andreas gelacht. „Die sind noch viel besser. Die waren schon siebenmal Europameister. Und zweimal Weltmeister. Und zwar bei den letzten beiden Turnieren! Jetzt sind sie im eigenen Land natürlich die Favoritinnen!“

„Super! Haben die schon einmal gegen die Jungs gespielt? Da würden die Angeber bestimmt verlieren. Die waren ja schon lange nicht mehr Europa- oder Weltmeister!“

„Da hast du zwar recht, Paula“, hat der Andreas erklärt. „Aber gegen die Männer hätten sie trotzdem keine Chance. Die Damen sind zwar technisch am Ball stark und von der Spielanlage her auch sehr gut. Aber die Männer sind eben kräftiger und schneller. Das hat die Natur halt so eingerichtet. Und beim Fußball sind die Kraft und die Schnelligkeit eben sehr wichtig. Aber im Frauenfußball waren die deutschen Mädels in den letzten Jahren tatsächlich erfolgreicher als die deutschen Jungs im Männerfußball. Das stimmt!“

„Das finde ich klasse“, habe ich mich gefreut. „Dann gewinnen die bestimmt wieder in diesem Jahr!“

„Das wollen wir hoffen, Paula, aber es gibt auch andere gute Mannschaften. Zum Beispiel die Brasilianerinnen mit ihrer Marta“, hat der Andreas mir erklärt.

„Marta?“, habe ich gefragt. „Das klingt schön. Und wie heißt die mit Nachnamen?“

„Weißt du, Paula, die brasilianischen Spieler und Spielerinnen geben sich oft einen Spitznamen. Und mit dem werden sie dann oft nur gerufen. Wie die Künstler auch. Eigentlich heißt sie Marta Vieira da Silva. Ein großes Turnier konnte sie aber mit Brasilien noch nie gewinnen. Das will sie dieses Jahr in Deutschland schaffen. Sie ist in den letzten vier Jahren immer zur besten Spielerin der Welt gewählt worden. Zweite wurde immer Birgit Prinz. Das ist die erfolgreichste deutsche Spielerin!“

Das mit der Birgit fand ich ja interessant. Aber ich habe an etwas anderes gedacht. Ich habe den Andreas ganz schüchtern angeguckt.

Dann habe ich gefragt: „Duuuuuu, wenn die Brasilianerinnen sich immer solche Künstler- oder Spitznamen geben, gibt es dann auch eine Paula?“

Jetzt musste der Andreas aber lange überlegen. Dann hat er ein paar seiner Fußballheftchen geholt und lange nachgelesen. Ich war schon ganz gespannt: „Nein, Paula, bei dieser WM wird keine Paula dabei sein. Aber es gab mal eine brasilianische Nationalspielerin, die Paula hieß. Die hat sogar eine Weile in der deutschen Damen-Bundesliga gespielt. In Wolfsburg. Zurzeit gibt es aber in der spanischen ersten Liga zwei Paulas. Die machen das oft auch so mit den Spitznamen. Die eine spielt in Madrid, die andere in Bilbao. Aber beide sind keine Nationalspielerinnen. Und die spanische Nationalmannschaft spielt auch gar nicht mit bei der WM.“

„Schade“, habe ich gemeint. „Dann müssen die noch trainieren. Das mach’ ich auch. Dann darf ich auch mal mitkicken.“

Der Andreas hat mich schief angeguckt und gemeint: „„Enten bei der WM? Naja, Paula . . . Sind wir froh, dass die Mädels Fußball spielen dürfen. Bis vor 40 Jahren waren die deutschen Fußballchefs nämlich ganz arg blöd und haben das den Frauen verboten. Sie haben gemeint, das sei nichts für Frauen. Die seien zu zart oder so. Aber dann haben sie das Verbot aufgehoben.“

Wenn das so ist, liebe Kinder, darf ich ja vielleicht auch irgendwann mal bei einer Weltmeisterschaft mitspielen. Bis dahin trainiere ich eben. Ich bin ja wirklich noch nicht so gut am Ball, ich gebe es ja zu! Und bis dahin drücke ich den deutschen Mädels die Daumen! Da kann die brasilianische Marta noch so einen schönen Namen haben! Eure Paula

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