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Neda und Ladislaus wohnen auf einem Hausboot

07.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Neda und Ladislaus leben an einen ungewöhnlichen Ort: Sie wohnen auf einem Fluss – auf einem Hausboot!

Auf das Hausboot Alfred kommt man über einen kleinen Steg. Oben gibt es ein Dach mit vielen Blumen und Gemüse. Unten kann man aus großen Fenstern auf das Wasser schauen.

Wenn Ladislaus und Neda zu Hause sind, dann fängt manchmal alles um sie herum an, leicht zu wanken. „Das ist normal“, sagt Ladislaus cool. Und seine Schwester erklärt: „Das passiert manchmal, wenn ein Schiff vorbeikommt und Wellen macht.“ Die bringen den Wohnort von Neda und Ladislaus zum Schaukeln. Denn die beiden leben nicht in einem Haus auf festem Boden.

Neda und Ladislaus wohnen auf einem Hausboot. Zusammen mit ihren Eltern, dem fünfjährigen Bruder Philemon und Katze Minu.

Das blaue Schiff heißt Alfred. Es ist etwa so lang wie zwei Busse, die hintereinander stehen. Alfred liegt festgemacht am Ufer des Flusses Spree in der Stadt Berlin. Wer an Bord will, muss über einen Metallsteg laufen. Der verbindet das Schiff mit dem Land. Über einer Eisentür hängt eine kleine Glocke. Die läutet man. Neda öffnet und führt ins Innere ihres Reiches.

„Hier ist unser Wohnzimmer“, sagt die Elfjährige und setzt sich neben ihren Bruder auf ein Sofa. Das steht in der Ecke des Raumes. Der ist groß und hell und hat schöne Holzdielen. Aber noch viel schöner ist der Blick nach draußen. Der geht durch große Fenster auf den Fluss. Auf dem fahren Schiffe vorbei. Und unter den Fenstern schnattern Enten.

Auf dem Boot findet man alles, was es auch in einer Wohnung gibt. Regale mit Büchern und einen Schreibtisch mit Computer. „Auf dem schauen wir manchmal DVD“, sagt der 13-jährige Ladislaus. Daneben steht ein Holzofen. Mit dem wird das Boot geheizt. Hinter dem Wohnzimmer ist die Küche mit Geschirrspüler. Und auch ein Bad mit Klo und Dusche gibt es. Außerdem hat jedes Kind sein eigenes kleines Zimmer.

Das Leben auf dem Boot ist aber doch anders als bei seinen Freunden, findet Ladislaus. „Hier ist weniger Platz. Deswegen müssen wir viel mehr aufräumen!“ Das ist wichtig, sagt die Mutter. Damit man sich nicht in die Quere kommt.

Im Sommer ist das etwas anders. „Da leben wir fast nur draußen“, sagt Neda. Und zwar auf dem Dach des Bootes. Dort gibt es viel Platz. Eine Badewanne steht dort unter freiem Himmel und mehrere Holzbänke und Kübel mit Blumen und Gemüse. „Das ist unser Garten“, sagt Ladislaus. Er und Neda haben Kürbis gepflanzt und Bohnen. Die gießt Ladislaus regelmäßig mit einer Gießkanne. Manchmal erlebt er dabei eine Überraschung: Wenn wieder mal eine Ente in einem Kübel brütet.

An der Schule sind die beiden die Einzigen, die auf einem Hausboot wohnen.

Ihre Freunde finden das super. „Die kommen gern her“, sagt Neda. Vor allem im Sommer.

„Dann springen wir vom Boot in den Fluss und paddeln mit dem Surfbrett im Wasser.“

Einen anderen Wohnort? Das können die beiden sich nicht vorstellen. „Wir haben hier Ruhe und wir sehen keine Straße, wenn wir aus dem Fenster schauen“, sagt Neda.

Und Ladislaus ergänzt: „Das ist der perfekte Platz.“

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