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Natur zwischen Schornstein und Hochofen

11.10.2014, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wo früher Eisen hergestellt wurde und die Schornsteine rauchten, wachsen heute Pflanzen. Aus einem alten Industrie-Gelände in der Stadt Duisburg wurde eine Art riesiger Park. Das Besondere: Die Natur kann sich dort ausbreiten, wie sie will.

Eine Pfütze, viel Licht und Plätze zum Verstecken: Hier fühlt sich die Kreuzkröte wohl.

Früher arbeiteten an diesem Ort einmal mehrere Tausend Menschen. Aus den hohen Schornsteinen quoll der Rauch und große Turbinen wurden angetrieben. In einem riesigen Hochofen wurde mit Kohle Eisenerz geschmolzen. Daraus konnte man später dann Stahl machen.

Zwischen den alten Industrie-Bauten wachsen nun Pflanzen. Fotos: Stefanie Paul

Das alles ist schon viele Jahre her. Heute wird auf dem Gelände kein Eisen mehr hergestellt. Aus den Schloten steigt kein Rauch in den Himmel und keine Arbeiter sind mehr unterwegs. Das alte Hüttenwerk in der Stadt Duisburg im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist stillgelegt. Das riesige Industrie-Gelände ist jetzt eine sogenannte Brache.

Trotzdem ist jede Menge los. Denn viele Tiere und vor allem viele Pflanzen haben dort ein neues Zuhause gefunden. „Das Gelände ist quasi der Natur überlassen worden“, sagt Corinne Buch. Sie erforscht, welche Pflanzen auf der Industrie-Brache wachsen.

Für die Forscher ist besonders spannend, wie sich die Pflanzenwelt im Laufe der Zeit verändert: Welche Pflanzen werden zum Beispiel verdrängt, welche Pflanzen kommen hinzu. „Vielleicht stehen hier in einigen Jahren auch nur noch Bäume“, sagt Corinne Buch. Vielleicht aber auch nicht. Das wollen die Forscher beobachten.

Mehr als 600 verschiedene Pflanzen wachsen auf dem Gelände. „Das ist total irre“, sagt die Expertin. In ganz Deutschland gebe es etwa 5000 verschiedene Pflanzen-Arten. In Nordrhein-Westfalen seien es etwa 2000. „Das ist eine Wildnis mitten in der Stadt“, erklärt Corinne Buch.

Aber es ist eine Wildnis mit vielen unterschiedlichen Lebensräumen. Es gibt zum Beispiel Stellen, wo der Boden besonders steinig oder sehr trocken ist. Ein paar Meter weiter gibt es dann einen kleinen Teich. Wieder einige Meter weiter fließt ein kleiner Fluss. Es gibt Plätze, wo schon die ersten Bäume wachsen. Und Orte, die ganz karg sind.

Dann gibt es wiederum Stellen, wo früher die Eisenbahnschienen entlangführten. Oder wo noch Kohle im Boden lagert. Durch diese heizt sich der Boden im Sommer zum Beispiel extrem auf. Das müssen die Pflanzen aushalten können. „Genau diese Vielfalt zeichnet das Industrie-Gelände aus“, sagt die Expertin.

Kleine Kröten in der Pfütze

Nanu, was schwimmt denn da in der Pfütze? Es sind winzig kleine Kreuzkröten. Wenn man genau hinschaut, kann man auf ihrem Rücken einen schmalen gelben Strich erkennen. Die Kröten leben auf dem alten Industrie-Gelände in Duisburg – in einer großen, flachen Pfütze. Dort fühlen sich die Tiere richtig wohl. Denn sie haben alles, was sie brauchen: flaches Wasser, viel Licht, wenig Pflanzen und genügend Plätze zum Verstecken. „In der freien Natur wurde der Lebensraum der Kreuzkröten an vielen Stellen zerstört“, erklärt die Fachfrau Corinne Buch. Deshalb sind die Tiere gefährdet und stehen unter besonderem Schutz. Doch auf dem Industrie-Gelände haben einige von ihnen ein neues Zuhause gefunden.

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