Paulas Nachrichten

Nah bei den Hirschen – Expedition zur Rotwildbrunft

06.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zuerst ist nur ein Umriss zu erkennen. Dann tritt der majestätische Hirsch auf die Waldlichtung und stößt einen gewaltigen Ruf aus: das Röhren. Jetzt im Herbst ist Paarungszeit der Hirsche, die Brunft.

Langsam senkt sich die Spätsommersonne über den Duvenstedter Brook. Gerade ist eine Gruppe von 20 Wanderern aufgebrochen. Die Leute wollen die Brunft der Rothirsche von Nahem erleben. Nach einem kurzen Marsch bleiben sie vor einem Holzzaun am Waldrand stehen. Die Naturfreunde verhalten sich mucksmäuschenstill und starren auf eine weite Lichtung. Immer wieder halten sie ihre Ferngläser vor die Augen.

Knacks! Plötzlich stolziert aus einem Gebüsch ein Hirsch. Die dichte Halsmähne schwingt bei jedem Schritt mit. Der Hirsch wirft seinen Kopf mit dem riesigen Geweih nach oben. Dabei stößt er einen dröhnenden Laut aus. Es ist das Röhren des Platzhirsches.

Es ist Rotwildbrunft. So nennt man die Wochen im Herbst, in denen männliche und weibliche Tiere zusammenkommen, um sich zu paaren. „Im Herbst gehen die Hirsche auf Brautschau und bilden Rudel. Im nächsten Frühjahr wird dann der Nachwuchs geboren“, erklärt der Experte. „Die stärksten Hirsche scharen die meisten Weibchen um sich. Andere Hirsche dulden sie nicht neben sich, sonst gibt es Streit.“

Plötzlich schreitet ein zweiter, jüngerer Hirsch auf die Lichtung. „Das ist ein junger Bursche, ein Beihirsch“, erklärt der Experte flüsternd. „Wehe, wenn er dem weiblichen Rudel des Platzhirsches zu nahe kommt . . .“. Noch sind die weiblichen Tiere hinter den Büschen versteckt. Sie kommen erst zum Fressen heraus, wenn es dunkel ist. Doch der Platzhirsch hat seinen Nebenbuhler schon bemerkt und röhrt noch einmal lauter. „So hält er seinen Konkurrenten auf Abstand.“ Der jüngere Hirsch weiß genau, wer der Chef ist. Doch in einigen Jahren wird der Beihirsch den Respekt ablegen. Und es kommt zum Duell mit dem Älteren. Doch heute bleibt es ruhig. Inzwischen ist es dunkel geworden im Naturschutzgebiet und die Wanderer machen sich auf den Rückweg. Noch lange hören sie in der Ferne das unermüdliche Röhren des Platzhirsches, den sie eben noch so nah erleben konnten.

Der Hirsch stößt einen dröhnenden Laut aus. Man nennt es das Röhren. Foto: Boris Roessler

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Paula sind die Bücher zu schwer

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal zum Andreas in die Redaktion gekommen. Der saß an seinem Computer und hat einen Bericht geschrieben. Das heißt: Eigentlich hat er gerade nicht geschrieben. Er hat nur auf den Bildschirm gestarrt. Ich habe zu ihm gesagt: „He, was…

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