Paulas Nachrichten

Mit Netzen kann man Nebel melken

24.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wusstest du, dass man Nebel melken kann? So nennen Forscher das, wenn sie aus Nebel Trinkwasser gewinnen. Dafür braucht man allerdings keine Melkmaschine, sondern riesige Netze.

Die werden so aufgespannt, dass der Wind den Nebel direkt in sie hineindrückt. Die Netze haben sehr enge Maschen. Darin bleiben die winzigen Tautröpfchen hängen – immer mehr und mehr. Wenn dann die Tropfen zu schwer werden, fallen sie nach unten, und dort werden sie in Rinnen aufgefangen.

So können Menschen auch in jenen Gegenden an Trinkwasser kommen, wo es nur ganz selten regnet. Das ist zum Beispiel in der Stadt Iquique in Chile in Südamerika so. Iquique liegt am Rand der Wüste Atacama.

Dort und in anderen Gegenden stehen hohe Berge sehr nah am Meer. Über dem Meer bilden sich Wolken. Sie ziehen an Land – und stauen sich dann an den Berghängen. Dort kann man prima Nebel melken.

„In der Nebelsaison kann man mit einem Netz täglich bis zu 170 Liter Wasser in bester Qualität melken. Das reicht für eine richtig große Familie“, sagt ein Experte.

Über dieses und andere Themen wollen von diesem Sonntag an viele Fachleute sprechen, und zwar in Münster in Nordrhein-Westfalen. Dort findet die 5. Internationale Nebel- und Taukonferenz statt. Rund 140 Nebelexperten aus mehr als 30 Ländern wollen kommen. Das Treffen soll bis Freitag dauern.

Mit einem Nebelkollektor, einem riesigen Netz, wird in Chile Wasser aus Nebel eingefangen. Foto: Anna Westbeld/Uni Münster

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