Paulas Nachrichten

Mit Händen sprechen – Gehörlose lernen Gebärdensprache

27.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Glöckchen klingen, Weihnachtslieder dudeln – für viele Menschen gehören solche Geräusche einfach zu Weihnachten dazu. Aber was ist, wenn man all das nicht richtig hören kann? Für Mädchen und Jungen, die von Geburt an taub oder schwerhörig sind, ist es immer still.

Amelie steht von ihrem Stuhl auf, streckt beide Hände weit nach oben und strahlt über das ganze Gesicht. „Du bist fröhlich, das ist aber schön“, sagt ihre Lehrerin und wiederholt Amelies Bewegung. Dann ist Nicole an der Reihe. Das Mädchen faltet die Hände, legt sie an eine Gesichtshälfte und hält den Kopf schief. „Warum bist du müde, Nicole? Hast du heute Nacht nicht gut geschlafen?“

Wenn Gabi Schrott solche Fragen stellt, spricht sie sehr langsam und deutlich. Sie bewegt ihre Lippen dabei auffällig. So hebt sie jedes Wort besonders hervor. Gleichzeitig macht sie mit ihren Händen Zeichen. Die sechsjährige Amelie und ihre Schwester Nicole sehen genau hin. Die Mädchen können seit ihrer Geburt nichts hören. Die Handzeichen und Gesichtsbewegungen ihrer Lehrerin können sie aber verstehen. Es ist die Gebärdensprache. Mit dieser Sprache können sich gehörlose Menschen unterhalten.

Gabi Schrott ist Erzieherin. In einem Kindergarten betreut sie jeden Tag zehn hörbehinderte Mädchen und Jungen. Alle Kinder tragen ein Hörgerät. Durch den kleinen Knopf im Ohr können manche etwas besser hören. Das Hörgerät werden sie ihr Leben lang tragen müssen.

„Die Gruppe ist bunt gemischt. Es kommen Kinder, die gar nichts hören, Kinder die schwerhörig sind und Kinder, die nur eine leichte Hörschädigung haben“, erzählt die Erzieherin. Probleme, richtig zu sprechen, haben sie alle. „Wenn ein Mensch nichts hört, kann er auch nur schwer eine Sprache entwickeln. Er weiß ja nicht, wie eine Stimme klingt und wie Wörter ausgesprochen werden.“

Amelie will trotzdem sprechen. Immer wieder gibt sie Laute von sich. Die sind zum Teil sehr hoch und schief und klingen für Hörende seltsam. Verstehen kann man sie nicht. Umgekehrt schaut Amelie fragend, wenn Hörende ohne Handzeichen mit ihr oder anderen sprechen. „Die Kinder sind manchmal traurig, weil sie nicht so sind wie andere“, sagt Gabi Schrott. „Das Problem von Gehörlosen ist, dass man ihnen nicht ansieht, dass sie nichts hören.“

Das heißt aber nicht, dass Hörbehinderte ständig traurig oder einsam sind. Wie in jedem anderen Kindergarten geht es auch in dieser Gruppe sehr fröhlich und lebhaft zu. Die Mädchen und Jungen spielen, basteln, malen und flitzen durch den Raum. Aber auch Sprechübungen stehen jeden Tag auf dem Programm. „Wie ist das Wetter heute?“, fragt die Lehrerin mit ihrem Mund und den Händen. „Es schneit“, antwortet Annkatrin. Die Sechsjährige macht dabei mit ihren gespreizten Fingern eine Bewegung, als würden ganz viele Flocken vom Himmel rieseln.

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Ein Schaf als Mähmaschine

BERLIN (dpa). Wenn du nächstes Mal Schafe siehst, guck doch mal, ob du ein Rhönschaf entdeckst. Diese Tiere erkennst du an ihrem schwarzen Kopf. Hörner haben sie nicht. Hinter den Ohren beginnt die weiße Wolle. Ihr Körper ist lang und kräftig.

Rhönschafe sind sehr selten. Sie wären sogar…

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