Paulas Nachrichten

Mit der Mama deutsch reden, mit der Oma englisch

22.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Samuel hat es gut: Der 14-Jährige muss keine Englisch-Vokabeln büffeln. Denn er ist mit Englisch und Deutsch aufgewachsen. Das nennt man zweisprachig. Beide Sprachen sind seine sogenannten Muttersprachen. Seine Mutter kommt aus Deutschland, sein Vater aus England.

Samuel spricht deswegen Deutsch und Englisch fließend, seit er klein ist. Wie das so ist, mit zwei Sprachen zu leben, erzählte der Neuntklässler den „dpa-Nachrichten für Kinder“.

Welche Sprache sprichst du lieber – Deutsch oder Englisch?

„Lieber weiß ich nicht, aber besser auf jeden Fall Deutsch. Ich merke das, wenn ich in England bin, dass mir Englisch schwerer fällt als Deutsch. Ich habe ja immer Deutsch um mich herum, normalerweise krieg’ ich nur von meinem Vater Englisch zu hören.“

Mit wem sprichst du denn deutsch und mit wem englisch?

„In Deutschland spreche ich mit allen deutsch und wenn ich bei meiner Verwandtschaft in England bin, rede ich meistens englisch. Mein Vater spricht fast immer englisch mit mir, aber ich antworte auf Deutsch. Der kennt das gar nicht anders. Bis ich drei war, habe ich, glaube ich, auf Englisch geantwortet, aber seitdem nur noch deutsch. Nur wenn meine Freunde da sind, dann redet mein Vater automatisch deutsch mit mir. Damit die das auch alles verstehen.“

Deinen Namen spricht man auf Deutsch „Samuel“ aus und auf Englisch „Sämjuel“. Dein Papa nennt dich also anders als deine Mama. Nervt dich das?

„Ich hab mich dran gewöhnt. Die meisten sagen sowieso Sam (gesprochen: Säm) oder Sammy (gesprochen: Sämmy).“

Träumst du denn auf Deutsch oder Englisch?

„Ich glaube in Deutsch. Ich denke auch in Deutsch. Nur wenn ich wieder etwas länger in England bin, dann denke ich in Englisch.“

Kommst du manchmal durcheinander im Kopf? Oder fallen dir Wörter nicht ein?

„Wenn dann fällt mir auf Englisch mal ein Wort nicht ein, weil ich Deutsch besser spreche. Und manchmal weiß ich in Englisch, was das Wort bedeutet, aber ich kann es nicht übersetzen. Aber normalerweise komme ich da nicht durcheinander.“

Im Englisch-Unterricht hast du doch sicher Vorteile, oder?

„Ja, ein bisschen schon. Meine Lehrerin weiß auch, dass ich mit Englisch aufgewachsen bin und berücksichtigt das auch ein bisschen. Zum Beispiel nimmt sie erst andere Kinder dran, wenn ich mich melde und andere Kinder sich auch melden.“

Hast du denn gute Noten in Englisch?

„Ja, schon. Meistens Einsen und Zweien. In Deutsch eher so Dreien.“

Ist der Unterricht langweilig für dich?

„Früher in der Grundschule, als die anderen mit Englisch angefangen haben, war es ein bisschen langweilig. Aber jetzt lerne ich auch ein bisschen was im Unterricht.“

Hast du das Gefühl, dass die anderen manchmal neidisch sind, weil du nie Vokabeln lernen musst?

„Nee, neidisch glaube ich nicht. Wenn sie irgendwelche Wörter im Englischen nicht kennen, dann helfe ich ihnen.“

Lernst du denn noch weitere Sprachen?

„Ja, ich lerne in der Schule noch Latein und Spanisch. Da hilft mir manchmal das Englische. Es gibt sehr viele Wörter im Lateinischen, die ich aus dem Englischen ableiten kann.“

Hast du denn Lust, später im Beruf auch etwas mit Englisch und Deutsch zu machen?

„Da habe ich mir schon Gedanken drüber gemacht, aber ich würde dann doch gerne lieber etwas anderes machen. Vielleicht etwas mit Zeichnen.“

Der 14 Jahre alte Samuel ist zweisprachig aufgewachsen: mit Deutsch und Englisch. Im Englisch-Unterricht hat er dadurch Vorteile. Foto: privat

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