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Matteo hilft beim Aufbau in Kolumbien

02.01.2016, Von Georg Ismar — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alle Menschen sollen nach jahrzehntelangen Kämpfen in ihre Heimat zurückkehren können

Im Land Kolumbien gab es jahrelang Krieg. Mehrere Gruppen bekämpften die Regierung des Landes. Viele Menschen mussten aus ihren Dörfern fliehen. Auch die Eltern des zehnjährigen Matteo. Nun soll es Frieden geben. Matteo hilft dabei, sein Dorf wieder aufzubauen.

Der zehn Jahre alte Matteo Caro Arias reitet mit seinem Vater Jorge Elias Caro zu einem Fluss nahe des Dorfes Vereda Boquerón, um die zerstörte Brücke wieder aufzubauen. Matteo lebt nach einem langen Krieg nun endlich wieder in seinem Heimatdorf. Foto: Georg Ismar/dpa +++

MEDELLIN. Matteo Arias sitzt auf seinem Esel. Das Tier ist bepackt mit zwei Sandsäcken. „Ich helfe meinem Vater beim Wiederaufbau der Brücke“, sagt der Zehnjährige. Er ist froh, Weihnachten dieses Jahr wieder in seinem Heimatdorf feiern zu können. Es heißt Vereda Boquerón und liegt in den Bergen des Landes Kolumbien in Südamerika.

Die 55 Familien des Dorfes konnten dort viele Jahre nicht leben. Denn es gab Krieg. Seit über 50 Jahren gibt es den schon in Kolumbien. Nicht überall im Land, aber in einigen Regionen. Mehrere Gruppen fanden es ungerecht, dass es so viele arme Menschen in Kolumbien gibt. Und auch, dass Land ungerecht verteilt ist. Diese Gruppen kämpften gegen die Politiker, die in Kolumbien etwas zu sagen haben. Die schickten das Militär, es kam zu Kämpfen und sehr vielen Toten.

Der Präsident von Kolumbien verhandelt nun mit der größten Gruppe über einen Friedensvertrag. Sie heißt Farc und hat noch rund 8000 Kämpfer. Es sollen aber keine Menschen mehr getötet oder aus ihren Dörfern vertrieben werden.

Matteo hat das Glück, dass sein Dorf wieder sicher ist, hier ist bereits Frieden. In der Schule kann wieder Unterricht stattfinden, dort stehen fünf nagelneue Computer. Und was macht Matteo in seiner Freizeit? „Wir haben vier Esel, um die kümmere ich mich“, sagt er.

Viele Kinder waren noch nicht geboren, als die Familien aus dem Dorf flüchten mussten. Gebannt hören sie bei einer Versammlung den Erzählungen der Eltern zu. Anita Flores Agueldo zum Beispiel. Sie ist sechs Jahre alt und hält eine Puppe dicht an sich gepresst.

Die Familien lebten jahrelang weit verstreut. Viele litten Hunger. Vor Kurzem einigten sich nun die Regierung und die Kämpfer auf etwas: Die am schlimmsten betroffenen Opfer des Krieges sollen eine Entschädigung bekommen. Und es soll alles dafür getan werden, dass alle Menschen in ihre Heimat zurückkehren können. Damit sie dort wieder Kaffee und Kakao anbauen und eigenes Geld verdienen.

In dem Dorf Vereda Boquerón hilft auch eine deutsche Organisation, damit die Menschen dort wieder Landwirtschaft betreiben können. Aber der Wiederaufbau ist sehr mühsam. Matteos Vater hofft, dass er noch mehr Unterstützung von der Regierung bekommt. „Wir haben bisher kein Geld gesehen“, sagt er enttäuscht.

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