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Martin Luther - ein Mönch veränderte die Welt

30.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Luther ist schon mehr als 450 Jahre tot und trotzdem weltberühmt. Denn obwohl er nur ein einfacher Mönch war, veränderte er die Welt. Wie hat er das geschafft?

Zu Luthers Zeiten, im 15. und 16. Jahrhundert, waren die Menschen sehr gläubig. Doch die Kirche machte ihnen auch Angst. Es hieß: Wer kein Leben nach Kirchenregeln führt, dem droht ewige Verdammnis. Luther sagte dagegen, dass jeder für sich an Gott glauben kann und so Erlösung findet. Mit dieser Idee brachte er die Macht der katholischen Kirche ins Wanken.

Dabei hatte in seiner Kindheit niemand gedacht, dass Luther ein Mann Gottes werden könnte. Sein Vater wollte, dass er Anwalt wird. So studierte Luther nach seiner Schulzeit die Gesetze und das Recht. Doch eines Tages wurde er auf einer Reise von einem Gewitter überrascht. Direkt neben ihm schlug ein Blitz ein. Voller Angst soll Luther die Heilige Anna um Hilfe gebeten haben: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden.“ Ob diese Geschichte genau so passiert ist, weiß niemand, aber Luther erzählte später selbst von dem Erlebnis. So ging der junge Luther ins Kloster und führte das einfache Leben der Mönche. Er wurde sogar Priester und Theologieprofessor. Immer wieder las er die Bibel. Eines Tages dachte er dabei: Die Gnade Gottes verdienen sich die Menschen allein durch den Glauben. Sie brauchen sich gar nicht durch Beichten, Fasten und Fürbitten vor der Verdammnis zu retten. Das verlangten die Mächtigen in der katholischen Kirche nämlich von den Menschen.

Besonders ärgerte Luther, dass Prediger im Namen des Papstes – des Kirchenchefs – Ablassbriefe verkauften. Wer einen dieser Ablassbriefe bezahlte, dem waren angeblich die Sünden vergeben. Damit nahm die Kirche auch Geld ein. Wütend darüber schrieb Luther in 95 Thesen, wie er den christlichen Glauben verstand und was er an der Kirche auszusetzen hatte. Die Legende erzählt, dass er seine Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg nagelte – sicher ist das aber nicht. Wittenberg liegt im heutigen Sachsen-Anhalt. Am 31. Oktober wird daran erinnert.

Auf jeden Fall wurden Luthers Worte schnell bekannt. Auch der Papst und der Kaiser erfuhren davon und ließen Luther verfolgen. Doch er entkam, gab das Leben als Mönch auf und heiratete. Seine Ideen verbreitete er weiter, und immer mehr Menschen schlossen sich ihm an. So löste er auch die sogenannte Reformation mit aus. Teile der Gläubigen – die evangelischen Christen – lösten sich nämlich von der katholischen Kirche ab. Im Alter von 62 Jahren starb Martin Luther.

Das Lutherdenkmal auf dem Marktplatz in Wittenberg

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