Paulas Nachrichten

Manche Bakterien lieben’s extrem

24.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bakterien sind winzig klein und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Einige von ihnen halten sogar extreme Bedingungen aus. Sie kommen zum Beispiel mit großer Hitze oder Kälte klar.

„Das seh’ ich schon: In dieser braunen Pfütze mit den grünen Flecken passiert was Spannendes“, sagt der Forscher Ralf Grote. Was Spannendes?! Für die meisten Menschen sieht das eher nach irgendeiner Pfütze aus, wie es sie nach jedem Regen gibt. Doch diese Pfütze liegt neben heißen Quellen, die aus uraltem Vulkangestein kommen. Der Ort liegt auf den Azoren, das ist eine Inselgruppe weit draußen im Atlantik. Was aber macht Ralf Grote da mit seinen Kollegen?

„Wir sind auf der Suche nach Bakterien, also kleinsten Lebewesen, die wir noch nicht kennen – und die unter extremen Bedingungen leben“, erklärt der Forscher aus Hamburg. „Extremophil“ werden diese winzigen Bakterien genannt.

Die Wortendung „phil“ stammt aus der griechischen Sprache. Sie bedeutet so etwas wie „liebend“ oder „Freund“. Gemeint sind also Bakterien, die es gerne extrem haben – zum Beispiel sehr heiß oder kalt. Sie fühlen sich oft dort am wohlsten, wo Menschen häufig nicht wirklich lange sein wollen. Also zum Beispiel ganz tief unten im Meer, im Eis am Nordpol oder in heißem Vulkangestein.

Nach solchen bisher unbekannten Bakterien sucht Ralf Grote schon seit einigen Jahren. „Ich finde das toll, denn man ist viel unterwegs“, sagt er. „Natürlich kann man Bakterien auch in einem Blumenbeet finden, doch es ist viel spannender, an Orten zu suchen, wo sonst nicht viele Leute hinkommen.“

Der Forscher suchte zum Beispiel auch in heißen Quellen auf Vulkaninseln im Mittelmeer nach Bakterien. „Das ist dann schon komisch: Da entspannen sich Urlauber in Badehosen in den Quellen, und ich stehe ein paar Meter weiter weg im Wasser und suche nach Bakterien.“

Für seine Arbeit hat er dann Röhrchen oder Dosen dabei. In die kann er Wasser oder Schlamm füllen. Und zurück in Hamburg im Labor untersucht er die Sachen. Er schaut mit seinem Team ganz genau, ob da irgendwas versteckt ist, was noch keiner kennt.

Ein paar Mal hatte er schon besonders großen Erfolg: Drei Bakterien hat er selbst neu entdeckt – und durfte ihnen einen Namen geben. Darauf ist er sehr stolz.

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