Paulas Nachrichten

Märchen aus Hell und Dunkel: Schattentheater

17.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein dunkler Schatten huscht über die Leinwand. Plötzlich kommt er wieder zurück und wir sehen: eine Figur! Wenn solche Schatten über die Leinwand tanzen, dann heißt es: Willkommen im Schattentheater.

Friedrich Raad hat einen ungewöhnlichen Beruf: Er ist Theater-Chef, aber sein ganzes Theater passt in einen Kofferraum! Und obwohl er in allen Stücken selbst mitspielt, kann man ihn nie auf der Bühne sehen. Zudem kann Friedrich nur Theater spielen, wenn es ziemlich dunkel ist. Das alles liegt daran, dass er ein besonderes Theater hat: ein Schattentheater.

Bei einem Schattentheater gibt es keine 3-D-Effekte oder wilde Kamerafahrten wie im Kino. Mit kleinen Figuren aus Pappe – festgemacht an einem Stab – lassen Friedrich und sein Kollege Dimitri Lermann einfach Schatten über eine helle Leinwand tanzen. So können sie mit ihren Schatten-Schauspielern zum Beispiel viele verschiedene Märchen erzählen.

Seine Bühne und die Figuren hat Friedrich selbst gebaut, aus Holz, Pappe und sogar aus alten Regenschirmen. „Bis zu sieben Stunden bastele ich an einer Puppe“, sagt er. Und sogar die Stimmen der Schattenfiguren spricht Friedrich selbst. „Nur die Musik“, sagt er und lacht, „kommt von meinem iPod“.

Seit fast 20 Jahren fährt der Schattenspieler mit seinem Theater durch Deutschland. Sein Publikum ist begeistert: „Ich finde das besser als Kino“, sagt Rosa. Die Siebenjährige hat sich eine Schatten-Aufführung von „Aschenputtel“ angeschaut.

Es gibt nur eine Sache, über die sich der 48 Jahre alte Friedrich Sorgen macht: „Wenn ich dann irgendwann nicht mehr kann oder will, kommt das Schattentheater dann auf den Sperrmüll?“ Aber sein jüngerer Kollege Dimitri beruhigt ihn: „Ich kann mir schon vorstellen, das auch ein Leben lang zu machen.“

Denn das Schattentheater ist einzigartig – da sind sich die beiden einig: Es entsteht jedes Mal eine Vorstellung, die es noch nie gab, und die es so nie wieder geben wird.

Schattenbild aus dem Schattentheater von Friedrich Raad Foto: Torben Klausa

Paulas Nachrichten

Ein Schaf als Mähmaschine

BERLIN (dpa). Wenn du nächstes Mal Schafe siehst, guck doch mal, ob du ein Rhönschaf entdeckst. Diese Tiere erkennst du an ihrem schwarzen Kopf. Hörner haben sie nicht. Hinter den Ohren beginnt die weiße Wolle. Ihr Körper ist lang und kräftig.

Rhönschafe sind sehr selten. Sie wären sogar…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten