Paulas Nachrichten

Leuchttürme als riesige Taschenlampe

08.08.2015, Von Silke Fokken — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Leuchttürme halfen den Seefahrern, die Küste und den Hafen zu finden

Sie gehören zum Meer wie die Möwen: Leuchttürme. Leuchttürme bieten nicht nur einen Super-Blick aufs Meer. Sondern sie haben auch eine spannende Vergangenheit.

Urlauber besuchen den Pilsumer Leuchtturm am Nordseedeich, nahe der ostfriesischen Ortschaft Pilsum in Niedersachsen. Heute besuchen Urlauber den Leuchtturm. Früher war er allerdings ein wichtiges Seezeichen. Foto: Silke Fokken

HAMBURG/PILSUM. Das Schiff schwankt in den Wellen. Der Wind peitscht gegen die Segel. Es ist dunkel und nebelig. Einige Leute an Bord sind schon seekrank. Die anderen versuchen, mit dem Schiff irgendwie aus dem Sturm und ans nächste Ufer zu kommen. Nur: wo ist die Küste? Sie sehen nichts. Es ist stockfinster auf dem Meer. Doch dann erkennen sie in der Ferne ein Licht. Ein Leuchtturm!

Ungefähr so muss es früher auf See zugegangen sein. Zu der Zeit, als der Leuchtturm von Pilsum noch in Betrieb war. Er ist ein rot-gelb gestreifter Turm auf einem Deich an der Nordsee. Von außen erinnert er an eine bunte Blechdose.

Innen führt eine Treppe bis unter das Dach. Heute ist es einfach ein gemütlicher, runder Raum mit einer tollen Aussicht auf das Meer. Früher ging es aber um viel mehr als das.

„Ohne das Licht der Leuchttürme wären viele Seefahrer verloren gewesen“, sagt Experte Hinrich Gerresheim. „Die Türme halfen den Seeleuten, den richtigen Weg zu finden“, erklärt er. Sie standen an den Küsten und waren schon von Weitem zu sehen. Tagsüber, aber vor allem nachts. Dafür sorgte im Pilsumer Turm eine besondere Technik.

Eine starke Linse bündelt das Licht

Dort war ganz oben an der Wand eine Lampe befestigt. Davor stand eine Linse. Das ist ein Glas, wie man es etwa aus einer Lupe kennt.

„Diese Linse sorgte dafür, dass das Licht von der Lampe nicht in alle Richtungen strahlte. Sondern die Linse bündelte die Lichtstrahlen“, sagt Hinrich Gerresheim. So wurde das Licht verstärkt. Es wirkte sehr viel heller. Es leuchtete dazu noch in einem geraden Strahl weit übers Meer. Wie eine gigantische Taschenlampe.

Heute drängen sich in dem Lampenraum in Pilsum Urlauber. Er wird auch Laterne genannt.

Früher war meist ein Mann jede Nacht allein hier oben. Er durfte auf keinen Fall einschlafen. „Der Leuchtfeuer-Wärter musste aufpassen, dass das Licht wirklich die ganze Zeit brannte“, sagt der Experte. Sonst wären Schiffe womöglich falsch gefahren. Sie wären auf einer Sandbank gelandet und hätten Schiffbruch erlitten.

Licht von der Petroleumlampe

Früher gab es im Leuchtturm noch kein elektrisches Licht. Sondern eine Lampe, die mit Petroleum gefüllt wurde. Ein Docht wurde wie bei einer Kerze angezündet. Das Petroleum verbrannte und so wurde es hell. War das Petroleum leer, ging das Licht aus. Der Wärter musste also immer aufpassen und rechtzeitig Petroleum nachfüllen.

Bei jedem Wetter musste der Mann außerdem oft hinaus auf eine Art Balkon. Dieser war oben rund um die Laterne gebaut. Dort draußen putzte der Leuchtturmwärter dann Fenster. „Das Licht musste durch ein klares Glas strahlen können. Die Scheiben durften nicht schmutzig oder beschlagen sein“, so der Experte.

Von der harten Arbeit ist in dem Leuchtturm heute nicht mehr viel zu spüren. Aber vielleicht noch etwas von dem Schutz, der von ihm ausging.

Paulas Nachrichten

Sophia fährt Autorennen in der Formel 4

Jede freie Minute steckt sie in das Training – Von ihren Mitschülern wird sie oft angesprochen

Sophia Flörsch rast fast jeden Tag über die Rennstrecke. Sie ist 16 Jahre alt und startet in der Formel 4. Doch damit gibt sie sich nicht zufrieden. Ihr…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten