Paulas Nachrichten

Lektoren brauchen eine „Leidenschaft für Sprache“

21.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jeden Tag die neuesten Geschichten lesen – das hört sich nach einem spannenden Job an. Doch die Lektorin Gabriele Leja liest von manchen nur ein paar Seiten. Dann merkt sie schon: „Das kommt nicht in Frage.“ Warum sie manche Geschichten aussortiert, erzählte sie „dpa-Nachrichten für Kinder“.

Wie viel lesen Sie in der Woche?

„Ich lese jeden Tag viel. Aber in der Arbeitszeit schaffe ich das gar nicht – da habe ich ja noch so viele andere Dinge zu erledigen. Deshalb nehme ich mir jedes Wochenende so etwa zehn Texte mit nach Hause.“

Da haben Sie ja viel zu schleppen!

„Ja, früher bin ich jedes Wochenende mit zwei schweren Tüten nach Hause gegangen. Heute ist das zum Glück ein bisschen leichter. Die meisten Autoren schicken die Texte per E-Mail. Dann kann ich sie mir zu Hause ausdrucken oder auf meinem E-Reader lesen, einem kleinen Bildschirm speziell für Bücher.“

Und haben Sie dann überhaupt noch Zeit, andere Dinge zu tun?

„Ich lese ja nicht alle Texte bis zum Ende. Bei manchen stelle ich schon nach fünf bis sechs Seiten fest: Das kommt nicht in Frage.“

Woran merken Sie das?

„Das hat verschiedene Gründe. Manchmal passt das Thema einfach nicht zu uns. Oder die Geschichte ist zu brutal. Wir geben in meinem Bereich ja vor allem Geschichten für Kinder und Jugendliche heraus. Manchmal ist es aber auch einfach langweilig geschrieben. Oder die Idee ist schon zu alt.“

Wenn Sie beruflich so viel lesen, macht Ihnen das Lesen dann überhaupt noch Spaß?

„Ja, auf jeden Fall. Ich lese auch privat Bücher. Das muss ich. Das ist für mich ein Lebensmittel wie Brot oder Wasser. Wer in diesem Beruf arbeitet, muss eine Leidenschaft für Sprache haben, eine Liebe zu den Wörtern und ein großes Interesse für Geschichten.“

Lektorin Gabriele Leja liest Manuskripte von Kinder- und Jugendbüchern. Foto: Judith Wienand

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