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Kugeln flitzen im Leuchtkasten Das Spiel an Flipper-Automaten ist eine Leidenschaft

09.05.2015, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In blinkenden Kästen kleine Kugeln über Felder und Rampen jagen – das ist Flippern. Früher waren Flipper-Automaten total angesagt. Heute stehen sie längst nicht mehr überall herum. Aber begeisterte Spieler gibt es noch immer. Die besten tragen sogar Weltmeisterschaften aus.

In Jörgs Garage stehen fast 40 Automaten. Jörg ist Flipper-Fan.

BERLIN (dpa). Sie heißen „Star Trek“, „Indiana Jones“ und „Familie Feuerstein“. Sie leuchten und flimmern und dudeln Melodien vor sich hin. Die Rede ist von Flipper-Automaten. Darin werden Kugeln aus Metall über ein Spielfeld geschnipst. Und zwar mit Hilfe von kleinen Hebeln: den Flippern.

„Die Kugel im Spiel halten und Punkte sammeln, darauf kommt es an“, sagt Jörg Meißner. Er ist Flipper-Fan und hat viele Automaten zu Hause.

Jörg guckt durch eine Glasplatte auf das Spiel. An den beiden Seiten des Automaten gibt es jeweils einen Knopf. Damit lassen die Flipper sich bewegen. „Die Finger müssen immer an den Knöpfen bleiben, denn man muss schnell reagieren können.“

Jörg fängt die hinabrollende Kugel geschickt mit dem rechten Flipper ab. Dann schnipst er sie zurück in eines der vielen Zielfelder. Es gibt Kegel, Fußball-Tore, Basketball-Körbe und Monster zu treffen – je nach Flipper-Automat. Zu gewinnen gibt es Punkte, Freirunden und Extrabälle.

Heute sieht man die Automaten nur noch selten in Restaurants oder Cafés. Aber früher standen die bunten Geräte in vielen Lokalen, Kneipen und Jugendräumen herum. Flippern war früher unheimlich beliebt. Jörg Meißner liebt es immer noch.

„Als kleiner Junge habe ich an diesen Automaten mein ganzes Taschengeld verzockt“, gibt Jörg zu. Denn in viele Flipper muss man eine Münze werfen, damit man spielen kann.

Irgendwann hatte Jörg genug Geld gespart, um sich seinen eigenen Flipper-Automaten zu kaufen. „Groß, sperrig und teuer war der. So etwas hatte nicht jeder zu Hause.“ Mit dieser blinkenden Kiste begann eine große Sammel-Leidenschaft. Heute stehen in Jörgs Garage fast 40 Automaten. Viele von ihnen könnte man auch in einem Museum ausstellen. Denn die Geräte sind selten geworden.

„Solche Automaten werden kaum noch gebaut“, erklärt Jörg. „Die Computerspiele haben ihnen den Rang abgelaufen. Dabei ist Flippern immer noch angesagt.“ Wenn Jörg auf einer Messe zu Besuch ist, dann wollen Kinder nach wie vor damit spielen, erzählt er.

Flipper-Automaten haben im Vergleich zum Videospiel einen Vorteil: Dort rollen echte Stahlkugeln eine schiefe Ebene hinunter. Sie werden von Flippern aus Kunststoff wieder zurückbefördert. Die Spieler drücken an den Knöpfen und rütteln an den Automaten herum, um die Kugeln zu bewegen. Da ist voller Körpereinsatz gefragt.

Jeden Freitag lädt Jörg Freunde und Bekannte in seine Garage ein, um sich an den Flipper-Automaten zu messen. Schon viele Stunden haben die Zocker dort mit Flippern verbracht. „Wir machen das aber nur zum Spaß. Andere trainieren richtig hart, um damit Geld zu verdienen.“ Zum Beispiel auf Turnieren wie der Weltmeisterschaft in Schweden. Dort treten die besten Flipper-Spieler der Welt gegeneinander an. „Die Jungs dort können wahrscheinlich einhändig und mit verbundenen Augen besser spielen als ich“, sagt Jörg und lacht.

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