Paulas Nachrichten

Krabbeltiere zum Essen

05.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der Kokosnusssuppe schwimmen Mehlwürmer, und auf den Reisklößen liegen gebratene Heuschrecken. „Igitt!“, sagen da die meisten Menschen hier in Deutschland.

Für Dennis Besseler dagegen sind das Leckerbissen. Der Kölner gibt sogar Kochkurse, bei denen man lernen kann, die Krabbeltiere richtig zu kochen und zu braten.

Was wir hier vielleicht eklig finden, ist in vielen anderen Ländern völlig normal. Während man bei uns im Kino Popcorn isst, gibt es in Kolumbien zum Beispiel geröstete Blattschneiderameisen.

Dennis Besseler kennt sowas. Er ist Abenteurer und Journalist und hat auf seinen Reisen in fremde Länder schon viel krabbeliges Essen ausprobiert.

Aber dafür muss man die Tiere auch erst einmal fangen. „In Namibia in Afrika lockt man Termiten mit Kerzenlicht an“, erzählt der Kölner.

„Dazu gräbt man eine Grube und stellt die Kerzen dazu. Die Termiten fliegen zum Licht, verbrennen sich die Flügel und fallen in die Grube.“ In ein paar Stunden kann man so einen großen Haufen Termiten fangen. „Wenn man sie röstet, ist das ein super Essen“, findet Dennis Besseler. Auch in Deutschland gibt es so einige Krabbeltiere, die man essen kann. „Mehlwürmer koche ich persönlich ganz gerne“, erzählt der Abenteurer von seinen Erfahrungen mit Käferlarven. „Aber sie schmecken auch, wenn man sie zehn Minuten im Backofen auf 100 Grad erwärmt. Da werden sie geröstet wie Pommes, das schmeckt eigentlich am besten.“

Genau beschreiben kann er den Geschmack nicht. „Ein Mehlwurm schmeckt nach Mehlwurm, eine Heuschrecke schmeckt nach Heuschrecke, das muss man einfach ausprobieren.“

Beim Regenwurm ist das einfacher: „Was macht so ein Regenwurm den ganzen Tag? Der frisst Sand und lässt ihn hinten wieder raus, und genauso schmeckt er auch – wie eine Handvoll Sand aus dem Sandkasten.“

Das Lieblings-Krabbelgericht von Dennis Besseler sind Heuschrecken. Bei denen macht er die Beine ab, weil sie Widerhaken haben, die in der Speiseröhre hängen bleiben könnten.

„Dann paniere ich sie mit Ei und Semmelmehl und frittiere sie. Das ist auch ein gutes Gericht für Einsteiger, die zum ersten Mal Insekten essen. Man erkennt nämlich nicht mehr so gut, was es ist.“

Abenteurer Dennis Besseler aus Köln mit einer Heuschrecke auf dem Finger. Er kennt sich aus mit Krabbelviechern, die man essen kann. Für Einsteiger, sagt er, eignen sich Heuschrecken besonders gut.

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