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Klavier, Skifahren, Fußball – Mayuko erzählt

10.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Hauptstadt von Japan heißt Tokio. Ein Stückchen weiter südlich liegt eine zweite Riesenstadt: Yokohama. Dort wohnt die neunjährige Mayuko. Sie weiß nicht nur über Japan gut Be- scheid, sondern auch über Deutschland.

Fußball findet die Japanerin Mayuko ziemlich klasse. Gerade kam die deutsche Organisationschefin der Frauenfußball-WM, Steffi Jones, nach Yokohama in ihre Schule. „Sie kann ganz toll Fußball spielen und hat viele Meisterschaften gewonnen“, weiß Mayuko.

Sie hat selbst auch schon in der Fußballgruppe ihrer Schule gespielt. Nun hat sie sich von ihrem deutschen Papa einen eigenen Ball gewünscht. „Ich möchte mir die WM in Deutschland im Fernsehen anschauen“, sagt sie.

Außer auf dem Schulhof spielt sie Fußball auch gern mit ihrer Schwester Yoko und ihrem Bruder Makoto, der schon in einem richtigen Verein ist. Im Winter fährt die Neunjährige gerne Ski. Außerdem gehört Klavierspielen zu ihren Hobbys. „Ich nehme einmal in der Woche Unterricht bei einer Lehrerin in unserer Nachbarschaft“, erzählt Mayuko. Auch ihre japanische Mutter kann Klavier spielen und hilft ihr, neue Lieder zu lernen.

Vor drei Monaten bebte in Japan heftig die Erde und eine Flutwelle überspülte die Küste im Nordosten. Dabei wurde ein Atomkraftwerk beschädigt. Radioaktive Strahlen, die krank machen können, gelangten in die Umwelt. Deshalb konnte Mayuko einige Wochen lang nicht am Klavier üben. Sie kam bei Freunden unter, weit weg von zu Hause. Dort waren sie und ihre Geschwister vor den Strahlen sicher.

Aber  jetzt  geht sie wieder draußen spielen. „Bei uns gibt es keine gefährlichen Strahlen mehr“, sagt Mayuko. Deshalb erlaubt ihre Mutter ihr jetzt auch, wieder auf der Straße mit ihrem geliebten Einrad zu fahren.

Mayuko wurde in Japan geboren. Mit ihrem Vater spricht sie deutsch, mit ihrer Mutter japanisch.

Ihre Mutter achtet sehr darauf, dass sie jeden Tag auch zu Hause die komplizierten Schriftzeichen paukt. Sie heißen Kanji (gesprochen: Kandschie). „Wir müssen allein in der Grundschule schon 1000 Kanji lernen“, erzählt Mayuko.

Zu Hause gelten japanische Sitten: Jeder muss seine Schuhe ausziehen, bevor er ins Haus geht. Auch kocht Mayukos Mutter meistens japanisch. Dazu gehört oft gekochter Reis, Fisch und Gemüsesuppe. „Das schmeckt total lecker. Und gesund ist das auch, sagt meine Mama“, erzählt Mayuko. Sie mag aber auch gern deutsche Würstchen.

Vor Kurzem war sie bei Freunden in Bayern auf einem Bauernhof mit Hunden, Ziegen und Hühnern. „Das war so schön“, sagt sie. Am liebsten würde sie jetzt auch einen eigenen Hund haben.

Mayuko findet Fußball klasse. Von ihrem deutschen Papa hat sie sich einen eigenen Ball gewünscht. Ihre Schwester Yoko hat auch einen bekommen. Foto: Lars Nicolaysen

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