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Klasse Unternehmen! – Schüler gründen eine Firma

13.01.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auch Schüler können ein Unternehmen gründen. Zum Beispiel eins, das magnetische Bilderrahmen herstellt. Das haben einige Schüler in Norddeutschland getan. Sie haben ihr Klassenzimmer in eine richtige kleine Firma verwandelt.

Die beiden Chefs Fenja und Lennard stecken tuschelnd die Köpfe zusammen. Sie wollen die Marketingleute nicht stören und in der Technik ist auch gerade Stress angesagt: Der Internetladen muss programmiert werden. Deshalb flüstern die Chefs. Denn die ganze Firma sitzt in einem Raum: im Klassenzimmer der 12b. Die Mitarbeiter der Schülerfirma „Picture Proofies“ gehen auf die Johann-Comenius-Schule Thesdorf bei Hamburg.

Im Wirtschafts- und im Politikunterricht haben die Schüler ihre Geschäftsidee entwickelt. Ihre Firma stellt kleine magnetische Bilderrahmen her, die am Kühlschrank oder an der Heizung haften.

„In unserem Webshop im Internet kann jeder Kunde seinen Bilderrahmen ganz persönlich gestalten: die Form, die Farbe und die Verzierungen, zum Beispiel mit Schmucksteinen“, erklärt die 19 Jahre alte Fenja Heitmann. Noch funktioniert der Internetladen nicht. Doch alle arbeiten mit Hochdruck an den ersten Bestellungen von Eltern und Freunden, die gern einen magnetischen Rahmen haben möchten. Jeder in der Firma hat seine Aufgabe: Die Leute vom Einkauf bestellen Farbe und Material, die Marketingabteilung entwirft und bemalt die Rahmen, die Techniker programmieren, die Verwaltungsleute kümmern sich um wichtige Dokumente. Und die Finanzabteilung passt auf, dass die Firma nicht zu viel Geld ausgibt. Die Chefs im Vorstand planen und verteilen die Aufgaben. „Und wir sind echt ein super Team!“, findet Fenja. Sie werden von ihrem Lehrer Wolfgang Ranniger-Ringel unterstützt. „Die Schüler zeigen, dass sie Dinge beherrschen, die in Firmen wichtig sind: Disziplin, Zuverlässigkeit, Gruppenarbeit. Also nicht nur den reinen Schulstoff. Ich bin stolz auf meine Schüler“, meint der 58-Jährige. Er hat selbst als Computerexperte und Berater gearbeitet und kennt deswegen die Arbeit in der Wirtschaft.

Dass zu einer Firmengründung Krisen gehören, haben die Schüler selbst erlebt: Zuerst wollten die Magnete nicht halten und der Kleber machte Probleme. Aber sie haben sich nicht unterkriegen lassen.

Und Lennard Eccarius weiß nun, was er später mal machen möchte: „Ich möchte eine Aufgabe übernehmen, bei der ich Verantwortung trage“, sagt der 17-Jährige. Das tut er auch gerade in der Schülerfirma: Er ist im Vorstand – also in der Chefabteilung. Nach der Schule möchte er Wirtschaft oder Politik studieren.

Fenja möchte vielleicht Journalistin werden. Aber erst mal machen die Schüler Abitur. Und fertigen die bestellten Bilderrahmen an. Schließlich soll die Schülerfirma „Picture Proofies“ ein erfolgreiches Unternehmen werden.

Mitarbeiterinnen der Schülerfirma „Picture Proofies“ der Johann-Comenius-Schule Thesdorf bei Hamburg. Die Schülerfirma „Picture Proofies“ stellt kleine magnetische Bilderrahmen her, die am Kühlschrank oder an der Heizung haften. Foto: Sarah Pust

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