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Kalt, kälter, Nowy Urengoi!

26.01.2019, Von Claudia Thaler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Winter dauert acht Monate und manchmal ist es kälter als minus 50 Grad Celsius

Auf dem Weg zur Schule werden die Finger schon mal steif vor lauter Kälte. Doch davon lassen sich die Kinder in der Stadt Nowy Urengoi in Russland nicht die gute Laune verderben. Was ist ihr Trick?

NOWY URENGOI. Ein kleiner Schneeball fliegt vor der Schule durch die Luft. Ein Junge rutscht auf dem glatten Eis beinahe aus. Die Glocke hat geklingelt, um 16 Uhr endet der Unterricht. Aber in der Stadt Nowy Urengoi ist es schon seit Stunden dunkel. Richtig hell wird es den ganzen Tag nicht.

German Tertus (Mitte), Nastja Rukowischnikowa (links) und Luzia Faisowa (rechts) leben in der Stadt Nowy Urengoi in Russland. Dort werden manchmal Temperaturen von unter minus 50 Grad Celsius gemessen. Foto: Claudia Thaler/dpa

Denn Nowy Urengoi liegt am Polarkreis, weit im Norden von Russland und Tausende Kilometer entfernt von Deutschland. Der Nordpol ist näher als Berlin. Es ist auch viel kälter als in jeder deutschen Stadt. Manchmal werden in Nowy Urengoi Temperaturen von unter minus 50 Grad Celsius gemessen. Der Winter dauert acht Monate!

Internet, Kino, Computerspiele – Hauptsache im Warmen

Deswegen gehen German und seine Freunde gerade nicht so gerne raus. „Fußballspielen im Freien kommt bei der Kälte sowieso nicht in Frage“, sagt der 16-Jährige. „Wir bleiben lieber zu Hause. Wir sind viel im Internet, gehen mit Freunden ins Kino, spielen Computerspiele.“ Hauptsache im Warmen bleiben!

Doch irgendwie müssen sie jeden Tag den Weg in die Schule schaffen. Nastja geht mit German in eine Klasse. Damit sie rechtzeitig vom anderen Ende der Stadt zum Unterricht kommt, steht sie um 6 Uhr auf. Dann fährt sie mit dem Bus. „Zu Fuß gehen ist nicht möglich. Das ist zu gefährlich. Ich könnte im Winter erfrieren und sterben.“

Nastja ist deshalb gut auf den Schulweg vorbereitet: „Es hilft nur eines: mehrere Schichten anziehen. Strumpfhose, Jeans und manchmal eine Überhose. Dann auch mehrere Pullover. Ohne Schal und dicke Mütze geht man hier sowieso nicht aus dem Haus.“ In der Schule zieht sie sich dann um. Dort läuft die Heizung auf Hochtouren und es reichen eine leichte Bluse und ein dunkler Rock.

Während die Schüler in Deutschland im Sommer auf hitzefrei hoffen, ist es im Winter in Nowy Urengoi genau andersrum: Wird es etwa minus 48 Grad kalt, muss niemand die kuschelig warme Wohnung verlassen. Dann ist schulfrei!

Luzia sieht die Kälte aber gelassen. „„Ich finde zum Beispiel minus 25 Grad gar nicht so schlimm. Das ist in Nowy Urengoi eigentlich normal. Es hängt eben immer von der eigenen Wahrnehmung ab“, sagt sie.

Auch wenn die drei vielleicht einmal in der russischen Hauptstadt Moskau studieren wollen. Für immer aus Nowy Urengoi wegzuziehen, das können sie sich nicht vorstellen. „Das ist doch unsere Heimat! Hier leben unsere Familien und Freunde. Deswegen kann uns die Kälte gar nichts anhaben“, sagt German stolz.

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