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Kahler Kopf: Marabus fressen tote Tiere

09.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fehlen da nicht ein paar Federn? Der Kopf des afrikanischen Marabus ist ziemlich nackt. Der Marabu ist ein großer Vogel – und auf seinem Kopf wächst nur ein bisschen Flaum.

Aber das hat einen etwas ekeligen Grund: „Marabus hacken den Bauch ihrer Beute auf und gehen mit dem ganzen Kopf rein“, sagt Sabine Haas vom Zoo in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Hätten sie Federn auf dem Kopf, wären die ganz mit Blut besudelt. Das Ganze ist also zwar nicht lecker, aber praktisch.

Afrikanische Marabus gehören wie Hyänen und Geier zu den Aufräumern in der Natur. Sie putzen weg, was andere übrig lassen. Die Vögel ernähren sich von Aas, also von toten Tieren. Dabei benutzen sie ihren gewaltigen Schnabel, um die Beute aufzuhacken. Er ist oft länger als ein großes Lineal – ungefähr 35 Zentimeter lang. Außerdem ist der Schnabel ziemlich leicht und spitz. Ein perfektes Werkzeug also für diese Marabus, die in Afrika leben, in Ländern südlich der großen Wüste Sahara.

Marabus gehören zur Familie der Störche. Das kann man zum Beispiel an den langen dünnen Beinen und dem gestelzten Gang erkennen. Ein weiteres Kennzeichen des afrikanischen Marabus ist der knallrote Kehlsack. Früher dachte man, dass er darauf seinen Schnabel ablegt.

Heute weiß man, dass die Marabu-Männchen damit Signale an die Weibchen senden. „Es ist entscheidend, wie aufgebläht und wie rot er ist“, sagt die Fachfrau. Oft sieht man Marabus herumstolzieren. Sie können aber auch fliegen. Dafür nutzen sie ihre grauen Schwungfedern. „Sie lassen sich mit den Aufwinden hochtragen und halten dann nach Aas Ausschau“, erklärt die Expertin.

Der Marabu „Adonis“ in der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Marabus gehören zur Familie der Störche. Das kann man zum Beispiel an den langen dünnen Beinen und dem gestelzten Gang erkennen. Foto: Katharina Heimeier

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