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Käpt’n Sharky lässt sich nichts sagen

08.09.2018, Von Interview: Rebecca Krizak — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der „Herrscher der sieben Weltmeere“ lässt sich von den Erwachsenen nichts sagen

Drei, zwei, eins: sprechen! Jule Hermann und Anton Petzold leihen gerade im Kino Zeichentrick-Figuren ihre Stimmen. Du kannst sie im Film „Käpt’n Sharky“ hören. Wir haben die 13-jährige Jule und den 14 Jahre alten Anton getroffen.

Der Synchronsprecher Anton Petzold im Tonstudio bei den Aufnahmen für den Film „Käpt’n Sharky“ Foto: Universum Film

Er nennt sich etwas angeberisch „Herrscher der sieben Weltmeere“. Doch nicht bei allen kommt Käpt’n Sharky mit seiner Art gut an. Seit Donnerstag kannst du seine Abenteuer als Zeichentrick-Film im Kino sehen.

Darin muss der Kapitän unter anderem mit einem ungebetenen Gast auf seinem Schiff klarkommen: dem Mädchen Bonnie.

Wir haben mit Jule Hermann und Anton Petzold gesprochen. Sie sprechen Käpt’n Sharky und Bonnie. Und berichten über ihre Arbeit im Tonstudio und Momenten, in denen sie selbst mal Außenseiter waren.

Habt ihr euch auf das Synchron-Sprechen vorbereitet? Oder macht man das eher spontan?

Jule Hermann: „Man kann sich schon darauf vorbereiten. Ich hatte ein Telefonat mit der Regisseurin. Da haben wir darüber geredet, wie Bonnie so ist.

Ich habe mir aber natürlich auch selbst noch Gedanken gemacht und das Drehbuch gelesen. Und in den Szenen im Tonstudio selbst ist man dann eher spontan und guckt, wie man ein Wort oder einen Satz am besten spricht.“

Anton Petzold: „Ich hatte dieses Telefonat mit der Regisseurin zwar nicht. Aber wir haben das vor Ort gemacht, also als ich im Studio war.“

Wie kann man sich die Situation beim Synchron-Sprechen vorstellen?

Jule Hermann: „Auf einem Bildschirm wird der Film abgespielt. Dann kommt ein Countdown, also drei, zwei, eins. Und dann weiß man, wann man sprechen muss.“

Mögt ihr eure Charaktere Käpt’n Sharky und Bonnie? Und was nervt?

Anton Petzold: „Bei Käpt’n Sharky ist es so, dass er sich von Erwachsenen nichts sagen lässt. Was er sich vorgenommen hat, zieht er durch. Wenn ihm jemand in die Quere kommt, lügt er die Person einfach an. Das würde ich teilweise anders machen.“

Jule Hermann: „Ich finde an Bonnie gut, dass sie ihre Meinung sagt. Allerdings überlegt sie manchmal nicht, ob sie Leute damit verletzt.

Sie ist sehr selbstbewusst – und auch ein bisschen laut. Und ich mag, dass sie niemanden im Stich lässt und immer für ihre Freunde da ist.“

Im Film geht es ja auch darum, dass Käpt’n Sharky ein Außenseiter ist. Er ist anders als andere Kapitäne. Wie geht er damit um?

Anton Petzold: „Andere sagen: Der ist noch ein kleiner Junge, der eh nichts kann und eh bald untergehen wird mit seinem Schiff.

Käpt’n Sharky will es deshalb allen beweisen und bringt so Sprüche wie: ,Ich bin der Herrscher der sieben Weltmeere‘. Und er zeigt es den anderen dann ja auch tatsächlich!»

Gab es in eurem Leben auch schon mal Situationen, in denen ihr euch als Außenseiter gefühlt habt?

Anton Petzold: „Ich spiele Fußball im Verein. Und ich weiß noch, wie ich als Kind in einen neuen Verein gekommen bin.

Die anderen waren schon eine feste Mannschaft, und wenn man als Neuer dazukommt, ist es immer schwierig, da reinzukommen. Dann muss man sein Bestes geben und zeigen, was man kann.“

Jule Hermann: „Ich glaube, dass sich jeder schon mal als Außenseiter gefühlt hat. Zum Beispiel, wenn man irgendwo neu ist.

Dann muss man auf die Leute zugehen. Und es ist wichtig, dass man sich sagt: Ich stehe zu dem, was ich mache und zu dem, wie ich bin.“

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