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Kämpfen, ohne sich wehzutun Treten, spucken, schlagen oder kratzen ist jedoch beim Judo verboten

11.04.2015, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei dieser Sportart wird gekämpft. Aber es soll niemand verletzt werden. Judo stammt aus dem Land Japan. Übersetzt heißt Judo „der sanfte Weg“. Der achtjährige Joris erzählt, was beim Judo besonders ist.

Judo ist eine Kampfsportart aus Japan. Übersetzt heißt Judo „der sanfte Weg“. Grafik: R. Mühlenbruch

LANGENFELD (dpa). „Und hopp, Abwurf“, ruft der Trainer durch die Halle. Das lässt sich Joris nicht zweimal sagen – und schon liegt sein Kumpel Jan auf der Matte. Ein paar Sekunden später ist es andersherum. Joris liegt mit dem Rücken auf dem weichen, gelben Boden. Doch der Achtjährige springt gleich wieder auf, zupft sich den weißen Anzug zurecht, zieht den Gürtel fest – und weiter geht’s.

„Wir üben den O Goshi“, sagt Joris. Das ist eine Wurftechnik. Die Sportart, die Joris macht, nennt man Judo. Sie stammt aus dem Land Japan. Judo heißt übersetzt „der sanfte Weg“. Aber so richtig sanft ist bei dieser Sportart nichts. Es wird gezogen und gezupft, gerungen und angepackt – und ständig platscht einer auf die Matte.

„Das Besondere am Judo ist aber, dass man den anderen dabei nicht verletzt“, sagt Joris. Also kämpfen, ohne dem anderen wehzutun. Deshalb lässt Joris seinen Gegner auch nicht einfach auf den Boden knallen. Er hält ihn beim Hinfallen noch fest – zum Beispiel am Arm oder an seinem Judo-Anzug.

Joris und Jan werfen sich immer noch gegenseitig auf den Boden. Dabei ist Joris kleiner als Jan. Ist das nicht unfair? „Nee“, sagt Joris. Denn beim Judo versucht man, die Bewegungen des Gegners zu nutzen. Man braucht deshalb gar nicht so viel Kraft. „Man muss einfach versuchen, den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen“, sagt Joris.

Treten, spucken, schlagen oder kratzen – das ist beim Judo verboten. „Also alles, was man auf dem Schulhof auch nicht machen soll“, sagt Joris und grinst. Seit drei Jahren macht er schon diesen Sport. Er trainiert in der Stadt Langenfeld im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es eine Halle speziell für diese Sportart. Der Boden der Halle ist mit einer riesigen Matte ausgelegt. Auf die Matte darf man nur barfuß drauf.

Dreimal in der Woche geht Joris zum Training. Er hat auch ein großes Ziel. „Ich will mal bei Olympia mitmachen“, verrät er. Die Übung mit dem O Goshi ist nun vorbei. Joris und Jan verbeugen sich voreinander. Damit sagt man: Danke für den Kampf. Auch das gehört beim Judo dazu.

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