Paulas Nachrichten

Interview: Wut im Bauch

04.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jeder kennt das Gefühl: Irgendwas ärgert oder kränkt einen so sehr, dass man vor Wut am liebsten platzen möchte. Wut ist gut und nützlich, sagt Anita Timpe, die darüber auch ein Buch geschrieben hat.

Weil man mit wütenden Worten aber auch andere Leute kränken kann, ist es wichtig, mit ihr richtig umzugehen. Die Expertin hat dpa-Nachrichten für Kinder erklärt, wie man das macht.

Was ist Wut genau?

Wut ist eine Reaktion auf etwas, was uns geärgert, gekränkt, verletzt oder enttäuscht hat. Dann sind wir wütend auf andere oder auch auf uns selbst. Wenn wir wütend sind, können wir nicht mehr gut denken, unser Körper ist in großer Aufregung, das Herz klopft schneller. Wir fühlen eine ganz starke Energie in uns und wollen vielleicht etwas kaputt machen oder werden laut oder schlagen irgend- wo gegen. Manche erstarren aber auch, ziehen sich zurück und sind insgeheim ganz böse.

Wozu ist Wut gut?

Wut hilft uns, deutlich zu sagen, was wir wollen und was nicht. Sie gibt uns Kraft und Mut, sich für uns selbst oder auch andere einzusetzen und uns nicht mit Dingen abzufinden, die uns nicht guttun. Wut ist ein Motor, was zu verändern.

Wann ist Wut schlecht?

Wut ist schädlich, wenn sie sich gegen uns selbst oder andere richtet. Manche fressen die Wut in sich hinein und bekommen davon Bauchweh oder Kopfschmerzen, manche verletzen sich auch selbst. Andere richten ihre Wut nach außen und reagieren sie an jemandem ab, der damit gar nichts zu tun hat, oder machen Sachen kaputt.

Wie geht man mit Wut richtig um?

Wenn man akut wütend ist, ist es gut, etwas Körperliches zu machen, zum Beispiel mit dem Fuß aufstampfen oder einen Wuttanz veranstalten oder auf ein Kissen hauen. Man kann auch laute Töne machen und Grimassen schneiden oder die Wut malen oder aufschreiben. Auch Sportarten wie Karate oder Laufen helfen, sich abzureagieren. Wenn man den Dampf dann abgelassen hat, ist es gut mit jemandem darüber zu sprechen, was uns so wütend gemacht hat. Wenn es geht, sollte man auch mit demjenigen, der die Wut ausgelöst hat, sprechen.

Model Lara zeigt einen grimmigen und wütenden Gesichtsausdruck Foto: Tim Brakemeier

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