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In Köln denken sich Kinder die Karnevalswagen aus

10.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit das Tollste an den Karnevalszügen sind die großen Figuren auf den Wagen. Ein paar davon denken sich in Köln immer Kinder aus. Die haben oft die besten Ideen.

Karneval bedeutete früher, dass alles anders war als sonst. Daher kommt auch das Verkleiden: Ein Bettler konnte mal König spielen – und umgekehrt. In Köln ist an Karneval noch etwas anders: Die Kinder haben die Ideen, und die Erwachsenen müssen sie ausführen. Und wenn sie etwas nicht verstehen, müssen sie die Kinder fragen. Es ist nämlich so, dass die Szenen auf den Karnevalswagen mit den riesigen Figuren von Kindern entworfen werden. Nicht alle zwar, aber doch einige. Und es werden immer mehr, weil Kinder oft die besten Ideen haben. Das sagt der Chef des Zuges, Christoph Kuckelkorn. Er hat selbst sechs Kinder. Die Idee für einen der größten Wagen kommt dieses Jahr von Lilly Seibel. Sie ist elf Jahre alt und geht auf ein Kölner Gymnasium. Dort waren die Toiletten immer unheimlich dreckig. Und darüber hat sie sich natürlich geärgert. Irgendwann hörte sie, dass sich auch Kinder Karnevalswagen ausdenken dürfen. Da setzte sie sich an den Schreibtisch und malte ein Bild: von den versifften Toiletten – und Schülern, die vor der Tür stehen und eigentlich dringend mal müssten. Aber denen es einfach zu eklig ist. Dieses Bild schickte sie an Christoph Kuckelkorn. Und der fand es super! So kommt es, dass richtige Bildhauer und Künstler Lillys Idee genau nachgebaut haben. Aus Holz, Pappmaschee und viel Farbe. „Unglaublich“, findet Lilly. Bei den Figuren wird zuerst ein Holzgestell aus ein paar Brettern gebaut. Und dann wird der Körper aus Maschendraht geformt und draufgeschraubt. Darüber kommt Pappmaschee. Das ist meist eine Masse aus Papier und Kleister, die hart wird. Anschließend wird die Figur noch bemalt. Eine ganz schöne Arbeit! Aber das Wichtigste, das ist immer die Idee. Und die ist von Lilly. Natürlich fährt sie auch selbst im Zug mit. „Als Page auf dem Prinzenwagen.“ Hoffentlich schneit es nicht! Schnee ist das schlechteste Wetter für den Karnevalszug, weil man die Figuren durch die Flocken dann nicht gut sehen kann. Lilly hofft, dass ihr Wagen auch ein bisschen was bewirkt: Dass die Schultoiletten künftig etwas sauberer werden.

Der Entwurf „Das stinkt uns“ der Schülerin Lilly Seibel Foto: Oliver Berg

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