Paulas Nachrichten

In die Schule gehen ist ein großes Glück!

27.09.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Bergland von Laos sind die Bauernfamilien arm. So arm, dass Kinder mitarbeiten müssen. Laos ist ein Land in Asien. Oft können vor allem Mädchen deshalb nicht zur Schule gehen. Colette hat Glück: Sie besucht die zweite Klasse.

Colette (rechts) und ihre Freundinnen flechten aus Grashalmen ein Haus für Grashüpfer. Die Kinder der Bergbauern sind sehr einfallsreich beim Spielen – gekauftes Spielzeug kennen sie nicht. Foto: Christiane Zander

Mitten im Dorf hocken Colette und ihre Freundinnen auf einer Grasinsel. Sie flechten aus Halmen Gehäuse für Grashüpfer. „Jetzt müssen wir nur noch die Bewohner finden“, sagt Colette. Da ruft auch schon ihre Mutter. Die Sonne geht bald unter. Höchste Zeit, den Reis zu stampfen, Hühner, Enten und das Schwein zu füttern. Colette ist acht Jahre alt. Mit aller Kraft lässt sie den gewaltigen Holzstößel in den Mörser sausen. So schlägt sie die Reiskörner aus den Hülsen. Für die Kinder der Bauernfamilien von Khaysone kommt Spielen ganz zuletzt. Weil jede Hand zum Sattwerden gebraucht wird. Colette wohnt zusammen mit drei jüngeren Geschwistern, Eltern, Großeltern, Tante und Onkel. Alle leben in einem Stelzenhaus aus Holz und Bambus im kleinen Dorf Khaysone. Die Menschen dort sind bitter arm und leben vor allem von dem, was sie selbst anbauen: Reis, Gemüse und Kräuter.

Wenn die Familie frühmorgens erwacht, ist der Himmel über den Strohdächern noch schwarz. Colettes Mutter steht als Erste auf. Sie macht Feuer unter dem Wasserkessel, um den Reis zu kochen. Die Geräusche und der Rauch wecken die ganze Familie. Denn die Feuerstelle ist kaum zwei Schritte von ihren Matten entfernt. Sie alle schlafen, essen, kochen und wohnen in einem einzigen Raum. Der ist so groß wie ein mittelgroßes Zimmer.

In den Ecken und über den Querbalken findet auch noch der ganze Hausrat Platz: Hosen, Röcke und T-Shirts, Körbe und Schalen, Fischernetze, Strohmatten. Töpfe stapeln sich zwischen bunten Flip-Flops auf der Terrasse. Die Terrasse steht wie das ganze Haus auf Baumstämmen.

Colette greift sich T-Shirt und Wickelrock. Sie hängt ein paar leere Flaschen über einen Stock. Dann springt sie die Leiter hinab und läuft zum nahen Fluss. Männer und Jungen kommen mit ihren Fischernetzen zurück. Frauen und Mädchen verbinden das Wasserschöpfen gleich mit der Morgenwäsche. Inzwischen ist es heller Tag. Colettes Mutter hat weiße Auberginen und Bohnen gekocht. Sie füllt den Reis in kleine Rundkörbe. Dann verteilt sich die Familie auf bunten Matten. Jeder formt den Klebreis zu Bällchen und tunkt diese ins Gemüse. Wenn Lehrer Homma um sieben die Schulglocke läutet, macht sich die Familie zum weit entfernten Reisfeld auf. Aber für Colette beginnen nun die schönsten Stunden des Tages. Sie gehört zu den glücklichen Mädchen im Dorf – sie darf zur Schule gehen. Viele ihrer Freundinnen müssen stattdessen auf dem Feld helfen. „Ich will Lehrerin werden“, sagt Colette. Und deshalb lernt sie fleißig neben all der Arbeit – am liebsten Lesen und Schreiben.

Paulas Nachrichten

Paula tut das Fern nicht weh

Hallo, liebe Kinder,

das war ja wie im Frühling letzte Woche! Die Wärme und das Sonnenlicht haben mir richtig gutgetan. Also bin ich natürlich mal zum Andreas nach Hause gewatschelt. Der saß auf seinem Sofa und hat ein Buch gelesen. Ich habe ihn gleich mal angeschnattert: „He, guten Tag!…

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