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In der Werkstatt eines Buchbinders: „Alles braucht seine Zeit“

24.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alte Bücher, Papierstapel, eine Schneidemaschine, bunte Stoffrollen, Schubladen voller Buchstaben: In der Werkstatt eines Buchbinders gibt es viel zu entdecken. Doch der Beruf ist selten geworden.

Buchbinder Christian Klünder arbeitet mit unterschiedlichen Materialien: Er bindet Bücher auch in Pergament. Foto: Juliane Gringer

Das Buch, das vor Christian Klünder auf dem Tisch liegt, ist mehr als 300 Jahre alt. Der Einband ist an den Rändern ausgefranst, ein Buchdeckel halb abgerissen. Es soll repariert werden. Und das kann Christian Klünder. Denn der Mann ist Buchbinder. Er wird am Buchdeckel ganz vorsichtig Lederstücke einsetzen und den Buchrücken neu verkleben. Ein Buchbinder kann aber nicht nur alte Bücher reparieren – sondern auch aus losen Blättern neue Bücher machen. Dieses Handwerk beherrschen nur noch wenige Menschen.

In Christian Klünders Werkstatt in Berlin gibt es viele Dinge zu entdecken: Da steht zum Beispiel eine große alte Maschine mit einer langen scharfen Klinge. Damit kann der Buchbinder Papierstapel schneiden, die bis zu acht Zentimeter dick sind. Eine der beiden langen schmalen Seiten des geschnittenen Stapels streicht der 60-Jährige dann mit Kleber ein. Das wird später der Buchrücken. Wenn der Kleber getrocknet ist, kommt eine feste Pappe außenrum: der Buchdeckel. In Regalen an den Wänden der Werkstatt stapeln sich große Rollen mit Leinenstoff in vielen Farben: Der wird ganz straff über die Buchdeckel gespannt. Außerdem sind zahlreiche Buchstaben aus Metall in Schubladen aufgereiht. Aus denen kann Klünder den Titel des Buches legen. Mit Hilfe eines farbigen Bandes und einer speziellen Maschine druckt er ihn dann auf den Stoffeinband – und fertig ist das Buch! Buchbinder ist ein seltener Beruf geworden. Maschinen können viele seiner Arbeiten schneller erledigen. Und das kostet auch weniger Geld. Aber trotzdem hat Christian Klünder noch viel zu tun. Er bindet Bücher, von denen nur wenige gedruckt wurden. Oder Bücher von Künstlern. Denen ist wichtig, dass ihre Werke besonders sorgfältig und von Hand gebunden werden. Auch Fotoalben, Kartons oder andere Dinge aus Pappe stellt Klünder her.

„Man muss sehr sauber und genau arbeiten“, erklärt Christian Klünder. Oft sind seine Kunden ungeduldig und wollen, dass ihre Sachen schnell fertig werden. „Aber alles braucht seine Zeit“, sagt der Buchbinder. „Wenn man das Buch zu früh aufmacht, bevor es richtig getrocknet ist, dann war die ganze Arbeit umsonst. Dann fällt alles wieder auseinander.“

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