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„Ich tanze nicht so gerne“ Nico Reichl ist zehn Jahre alt – Seit einem Jahr spielt er im Musical „Tarzan“ den Jungen aus dem Dschungel

12.04.2014, Von Christiane Neubauer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Er schwingt sich an Lianen über die Bühne und singt dabei auch noch: Nico Reichl spielt im SI-Zentrum die Rolle des kleinen Tarzan im gleichnamigen Musical.

Nico, du bist einer von acht Kinder-Darstellern im Tarzan-Musical im Stuttgarter Apollo-Theater. Wie bist Du dazu gekommen?

Nico Reichl vor seiner „Verwandlung“ in Tarzan

Die Eltern von einem Freund haben in der Zeitung gelesen, dass es für Tarzan ein Kinder-Casting gibt. Sie haben mich gefragt, ob ich da nicht mitmachen will. Ich hab nämlich schon mal in der Schule in einem Stück mitgespielt. Die Freunde haben mich dort gesehen und die fanden mich gut. Ich bin dann zum Casting gegangen und es hat tatsächlich geklappt, obwohl ich das nicht erwartet hätte. In der ersten Runde musste ich eine auswendig gelernte Szene vorspielen. Beim zweiten Casting musste ich beweisen, dass ich keine Höhenangst habe, denn als Tarzan fliege ich immer wieder über die Bühne.

Hattest du vor dem Casting bereits Gesangsunterricht oder spezielle Kenntnisse im Tanzen mitgebracht?

Nein, ich hab vorher nie gesungen oder getanzt. Ich bin in der Schule nicht mal besonders gut im Turnen gewesen. Bevor ich ans Apollo-Theater gekommen bin, konnte ich grad mal einen Purzelbaum machen – das war’s, ehrlich! Alles was ich jetzt an Akrobatik kann, hab’ ich erst hier gelernt. Zum Beispiel, wie man sich als Affe bewegt und was für Laute ein Gorilla macht.

Wie sieht dein Alltag aus?

Jeder von uns Kinderdarstellern hat im Monat ungefähr zwei Auftritte. Erlaubt wären maximal einer pro Woche oder insgesamt maximal 30 Vorstellungen im Jahr – mehr erlaubt das Gesetz nicht. Training ist jeden Freitag. Da üben wir immer die Szenen, Figuren und Positionen, die wir noch nicht so gut können, damit wir es in der nächsten Show besser machen. Das nennt man Cleaning. Und wir trainieren natürlich auch die Muskeln.

Tanzen, Singen, Turnen – kommst du da durcheinander?

Nein, ich mache das ja jetzt schon ziemlich lange. Ein Jahr bin ich ja jetzt dabei. Da weiß man, wie alles abläuft – denkt gar nicht mehr nach. Die Bewegungen mache ich eigentlich schon fließend. Nur beim Singen, da muss ich mich manchmal noch konzentrieren.

Was machst du besonders gut?

Das Tanzen mache ich nicht so gern. Das war am Anfang auch meine Schwäche. Im Singen hatte ich zwar kein Training, aber das war irgendwie da. Beim Tanzen war ich eher wie ein Roboter, ganz angestrengt und wie ferngesteuert. So was will man hier aber nicht sehen!

Hast du noch Lampenfieber?

Nein, das hatte ich auch nie. Wenn man auf der Bühne ist, sieht man sowieso nur die ersten zwei Reihen vom Publikum. Insofern ist mir nie bewusst, dass so viele Menschen zuschauen oder zuhören.

Schade, dann kannst du uns jetzt gar nicht beschreiben, wie sich Lampenfieber anfühlt?

Doch. Bei der Aufführung in der Schule, da hatte ich mächtig Lampenfieber. Es fühlte sich an, als hätte ich Ameisen im Bauch. Und man kriegt nasse Hände und weiche Knie.

Hast du Vorbilder?

Am coolsten finde ich Emanuele Caserta. Er ist Italiener und spielt den Terk im Musical. Terk ist der beste Freund von Tarzan. Emanuele fliegt viel höher als alle anderen und macht Räder, während er singt. Das ist total anstrengend, aber er hört sich dabei immer gleich an. Er macht es immer sehr gut. Deshalb ist Emanuele mein Vorbild.

Ist dir auf der Bühne schon mal was Lustiges passiert?

Ja, als Tarzan trage ich einen Sitzgurt. Der wird dann fürs Fliegen an den Lianen befestigt und ich schwinge dann mit meinem Freund Terk durch den Raum. Bei einer Szene hat das nicht so gut geklappt. Die Liane hätte uns auf der Bühne absetzen sollen, aber das Seil ist nicht runtergekommen. Da hingen wir dann oben und mussten improvisieren.

Gab es auch schon einen peinlichen oder unangenehmen Vorfall?

Einmal hab ich mir wehgetan. Die Perücke, die ich als Tarzan trage, wird mit Haarnadeln befestigt. Da war mal eine locker und die hat mir dann in den Kopf gestochen, als ich eine Flugrolle gemacht hat. Das hat ziemlich wehgetan. Aber ich hab versucht, mir nichts anmerken zu lassen.

Ist das neben der Schule nicht sehr anstrengend? Und was sagen deine Lehrer und Freunde dazu, dass du Musicaldarsteller bist?

Am Anfang fanden sie es eher lustig und haben mich verarscht. Sie fanden es nicht so cool. Aber zwei meiner Freunde sind inzwischen in der Show gewesen und jetzt finden sie es auch cool. Manchmal ist es schon etwas anstrengend. Aber meistens macht es riesig Spaß und deshalb klappt es auch mit der Schule gut. Von den Lehrern gibt es übrigens keine Sonderbehandlung.

Was möchtest du werden, wenn du groß bist?

Schon was in die Richtung. Schauspieler fänd’ ich toll. Aber die Rolle sollte dann schon was mit Action zu tun haben. Action-Filme find’ ich toll. Den Iron Man würde ich zum Beispiel gern spielen.

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