Paulas Nachrichten

Ich bin soooo süß! Ich bin eine Vanille-Schote

13.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ich wette, du findest mich auch süß! Ich bin nämlich eine Vanille-Schote. In mir schlummert das Aroma, das dir Vanille-Eis und Vanille-Pudding schmackhaft macht. Aber weißt du auch, wie dieses herrliche Gewürz da hineingelangt ist? Nein? Dann begleite mich auf meiner langen Reise aus meiner Heimat bis nach Deutschland.

Los geht meine Reise Tausende Kilometer von dir entfernt: Ich komme aus Madagaskar. Das ist eine große Insel südöstlich von Afrika. Hier ist es schön warm und feucht. Im November beginnt die Regenzeit, da wird es noch wärmer und feuchter. Dann kommen Einheimische mit einem Kaktusstachel und – aua – letztes Jahr hat eine Madagassin doch tatsächlich in meine weiß-gelbe Blüte gepikst. Die hätte ruhig die Blüte nebenan nehmen können! Obwohl: Ohne den Stich wird aus der Blüte keine Vanille-Stange – und wer keine Vanille-Stange wird, darf auch nicht zu dir ins Vanille-Eis.

Nach dem Piks wurde aus meiner Blüte eine Schote. Sieben Monate bin ich gewachsen, bis ich aussah wie eine grüne Bohne aus Omas Garten. Im Juli und August kamen dann wieder Einheimische auf meine Plantage und sammelten alle grünen Vanille-Schoten ein. Auch mich.

Ich bekam dann erst mal ein heißes Bad: drei Minuten bei 65 Grad Celsius. Danach wurde ich in Wolltücher gehüllt und schwitzte zwei Tage in einem Holzkasten. So sollten alle Keime abgetötet werden, die ich in der Natur gesammelt hatte. Außerdem war ich nach dieser reinigenden Sauna nicht mehr grün und fest und geschmacklos – sondern schwarz, biegsam und aromatisch. Da sah ich schon lecker aus. Aber ich durfte trotzdem noch nicht zu dir fliegen. Zuerst ging es nämlich noch in die Stadt Antalaha.

Hier duftet es überall nach Vanille: in der ganzen Stadt, ja sogar am Meer, wo es doch eigentlich nach Salz riechen sollte! Zusammen mit vielen anderen Vanille-Schoten wurde ich zu einer Fabrik gebracht. Im Hof wurden wir auf Planen gelegt.

Nach der Sauna sollten wir erst einmal ein wenig in der Sonne trocknen. Dann kam der große Test: Ich wurde genau begutachtet. Das Ergebnis: Ich war Spitzenklasse!

Meine Schote war nicht aufgeplatzt, ich war schön braun und 22 Zentimeter lang. Und ich hatte ganz viel süßes Vanille-Mark in mir.

Zusammen mit anderen Schoten, die so klasse sind wie ich, wurde ich in eine Holzkiste gepackt. Einen Monat hat man uns herumstehen lassen. Laaangweilig war das – aber gut für unser Aroma: Wie intensiv wir jetzt nach Vanille duften! Bald kannst du selbst an uns schnuppern. Wir werden gerade in einen Karton gepackt.

Und mit dem geht es nun endlich auf den Weg zu dir nach Deutschland.

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