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Herr Sebald liest Comics für die Arbeit

07.07.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Micky Maus wird dieses Jahr 90 Jahre alt – in Mainz gibt es eine Sonderausstellung

Wikinger-Schwerter, Dinosaurier-Knochen oder Comics – Museen sammeln verschiedene Sachen. Und ihre Experten kümmern sich dann um die wertvollen Stücke. Sie überlegen sich auch, was das Museum seinen Besuchern als Nächstes zeigt.

Vor der Ausstellung hat Herr Sebald alle Comics angeschaut, die er im Depot hatte.

MAINZ (dpa). Du sammelst vielleicht Fußball-Karten oder Muscheln, weil du sie gut findest. Auch ein Museum sammelt Sachen, sogar sehr viele. Seine Aufgabe ist es dann, diese seltenen Dinge zu schützen. Das bedeutet: Sie werden von Profis gepflegt. Die erforschen außerdem Teile aus ihrer Sammlung.

Dabei besitzt ein Museum meist viel mehr, als es gerade seinen Besuchern zeigt. Die übrigen Teile der Sammlung bewahrt es an einem besonders geschützten Ort auf: dem Depot.

Im Landesmuseum der Stadt Mainz in Rheinland-Pfalz ist das Depot im Keller. Was man dort alles findet, weiß Eduard Sebald genau, er ist einer der Profis im Museum. Sein Beruf heißt Kurator. Er wählt aus, was in einer Ausstellung zu sehen ist.

Ausstellung zum Thema Disney und 90 Jahre Mickey Mouse

„Wir haben sehr viel Porzellan“, sagt er. Aber auch chinesische Figuren und alte Stadtpläne. Und alte Disney-Comics! Die interessierten Herrn Sebald schon länger. Weil die Disney-Figur Mickey Mouse oder auf deutsch Micky Maus in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiert, hatte er die Idee für eine Ausstellung zum Thema Disney.

Als Kind hat Herr Sebald aber Asterix-Comics gelesen. Mit Disney-Figuren kannte er sich also noch nicht gut aus.

In drei Monaten alle Comics im Depot angeschaut

„Ich musste erst mal viel lesen. Drei Monate lang. Ich hab mir jeden Comic aus dem Depot angeschaut. Und ich habe viel gelacht.“ Aber es waren so viele Hefte – in der Ausstellung ist nur Platz für einige.

Die Frage ist: Welche? „Die Comics sind alle toll. Da muss man besondere Stücke aussuchen.“ Zum Beispiel die erste Geschichte mit Tick, Trick und Track.

„Die Schwester ruft an und die drei liegen auf der Türschwelle und hauen ihrem Onkel als Erstes einen Eimer Wasser über den Kopf.“ Herr Sebald lacht.

Der Zeichner Walt Disney hat die Figuren nicht alleine erfunden

Er hatte dann die Idee, in der Ausstellung unbekannte Künstler vorzustellen. Denn der berühmte Walt Disney hat die Figuren nicht allein erfunden und gezeichnet. Tausende Künstler arbeiteten für ihn.

Den Erfinder von Donald Duck etwa kennen die wenigsten. Er hieß Al Taliaferro. Zeichnungen von ihm hatte Herr Sebald nicht im Depot. Deshalb machte er sich im Internet und in Büchern auf die Suche nach Leuten, die wertvolle Disney-Sachen in ihrer Sammlung haben.

Immer auf der Suche nach weiteren Ausstellungsstücken

Herr Sebald fährt dann zu solchen Sammlern hin. „Ich schaue mir die Sachen an und entscheide, ob wir die für die Ausstellung haben wollen oder nicht.“ Dann leiht er etwa ein Bild für das Museum aus. Auf Herrn Sebalds Lieblingszeichnung hängt Donald Duck ein Bild auf. „Das hängt er aber so schräg auf, dass es ihm dauernd wieder runterfällt. Das hat ja ein bisschen was mit meinem Beruf zu tun.“

Die Auswahl ist nicht einfach

Aber auch wenn ein Museum vieles besitzt, ist meist nicht für alles in einer Ausstellung Platz. Deshalb wählt Herr Sebald aus der Sammlung die wichtigsten Stücke aus.

Beim Aussuchen achtet er darauf, etwas Besonderes zu entdecken. „Selbstverständlich spielt auch persönliches Gefallen eine Rolle“, sagt er.

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