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Herr Kauffmann haut auf die Pauke

21.11.2015, Von Linda Kiowski — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Orchester die Pauke spielen ist gar nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht

Manchmal hat der Musiker Dietmar Kauffmann bei Auftritten eine Pause. Das heißt aber nicht, dass er dann nichts macht. Er muss sich in der Zeit um sein Instrument kümmern: die Pauke.

Er sitzt ganz hinten im Orchester und hat ein lautes Instrument: der Pauker. Trotzdem hören die Konzert-Besucher ihn nicht immer. Dietmar Kauffmann spielt beim Philharmonischen Orchester in Kiel in Schleswig-Holstein. Wir haben den 54-Jährigen gefragt, warum er sich die Pauke als Instrument ausgesucht hat. Und was er in den Spielpausen macht, wenn er nicht dran ist.

Was mögen Sie an der Pauke am liebsten?

Die Pauke hat im Orchester viel zu spielen und Solo-Pauker zu sein, macht mir einfach sehr viel Spaß.

Was machen Sie, wenn Ihr Instrument mal nicht dran ist?

Die meisten denken: Der ruht sich aus! Aber erst einmal zählt man in der Regel mit. Denn ich muss wissen, wann ich wieder dran bin. Es gibt auch Stücke, wo man eine halbe Stunde Pause hat, zum Beispiel Mozarts „Zauberflöte“. Wenn so wenig zu tun ist, ist es natürlich auch ein bisschen langweilig.

Und was macht man dann?

Da zählt man nicht mehr mit. Ich muss die Pauke aber immer wieder nachstimmen. Das Fell kann sich nach oben oder nach unten verstimmen, sodass der Ton zu hoch oder zu tief ist. Das passiert während eines Konzerts immer wieder. Das liegt an den Naturfellen. Sie reagieren auf äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit oder Kälte.

Wie stimmen Sie die Pauke?

Ich klopfe vorsichtig mit den Fingern auf die Pauke und halte das Ohr an das Fell. Mich haben deshalb auch schon Leute gefragt, ob ich zwischendurch schlafe. Ich höre aber, ob der Ton noch stimmt. Falls nicht, stimme ich die Pauke wieder mithilfe des Pedals und des Feinstimmers.

Das mache ich einige Male während eines Konzertes. Deshalb muss man ein gutes Gehör haben.

Sie haben viele Schlägel bei sich liegen – warum?

„Man hat verschiedene Schlägel, zum Beispiel ganz harte aus Holz oder Leder. Oder weiche aus Flanell oder Filz. Es gibt verschiedene Kopfgrößen. Da hat man eine unheimliche Bandbreite. Schlägel kann man nie genug haben.“

Wie sind Sie zum Orchester gekommen?

Das war immer mein Wunsch. Das ist ein sehr schöner Beruf. Man lernt viele Leute kennen. Und hier im Orchester haben wir eine große Bandbreite an Aufführungen – weil wir Opern spielen, Musicals, Konzerte und Ballett.

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Die Arbeitszeiten sind vollkommen entgegengesetzt zu dem, wie die meisten Leute arbeiten. Das heißt auch am Wochenende, an Feiertagen, morgens und abends.

Müssen Sie denn noch viel üben?

Das Üben hört nie auf. Ich übe noch regelmäßig fast jeden Tag. Wenn es geht, ein, zwei Stunden. Im Prinzip kann man sagen, es ist ein lebenslanges Üben. Aber es ist auch schön, weil man sieht, wie man sich verbessert. Oder wenn die Kollegen kommen und sagen: „War schön, wie du gespielt hast“.

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