Paulas Nachrichten

Hedy Lamarr: Super schlau und super schön

25.08.2018, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine ihrer Erfindungen wollte anfangs niemand haben – erst viel später erkannte man ihren Nutzen

Sie war eine berühmte Schauspielerin und für viele war Hedy Lamarr die schönste Frau der Welt. Außerdem war sie sehr schlau. Eine Erfindung von ihr vor etwa 80 Jahren nutzen wir jeden Tag.

Hedy Lamarr war eine schöne Schauspielerin und eine tolle Erfinderin. Foto: -/dpa

KÖLN (dpa). Die Geschichte von Hedy Lamarr klingt wie eine Art Abenteuerfilm. Sie war als Schauspielerin berühmt und viele fanden, sie sei die schönste Frau der Welt. Sie selbst soll aber ein-mal gesagt haben: „Jedes Mädchen kann schick sein. Du musst nur still stehen und dumm dreinschauen.“

Aber Hedy Lamarr war alles andere als dumm. Sie interessierte sich für Technik und war auch Erfinderin. Eine ihrer Ideen ist heute noch sehr wichtig. Man braucht sie etwa, um mit dem Handy ins Internet zu gehen und für das WLAN.

Geboren wurde Hedy Lamarr vor etwas mehr als 100 Jahren in der Stadt Wien, in unserem Nachbarland Österreich. Als junge Frau heiratete sie Friedrich Mandl, einen reichen Mann und Hersteller von Waffen. Er soll sehr eifersüchtig gewesen sein und verbot Hedy, weiter als Schauspielerin zu arbeiten. Stattdessen begleitete sie ihn zu Besprechungen. Fachleute meinen, dabei erfuhr sie viel über die Technik von Waffen. Das half ihr später wohl bei ihrer Erfindung.

Aber Hedy Lamarr verließ ihren Mann und ging in die Vereinigten Staaten von Amerika – nach Hollywood. Dort drehte sie wieder Kinofilme und wurde ein Star!

Wichtige Erfindung für Handys und das Internet

Doch zu dieser Zeit tobte ein fürchterlicher Krieg, der Zweite Weltkrieg. Die Armeen kämpften dabei auch unter Wasser. Mit Torpedos versuchten sie, die Schiffe des Gegners zu versenken. Aber oft verfehlten die Unterwasser-Raketen ihr Ziel. Denn die Torpedos wurden mit einem Funksignal gesteuert, das leicht gestört werden konnte.

Da hatte Hedy Lamarr zusammen mit dem Komponisten George Antheil eine Idee: Sie entwickelten ein „geheimes Kommunikationssystem“. Dabei wechseln sich verschiedene Signale in unterschiedlicher Reihenfolge ab. Das Signal springt also wie zufällig hin und her. Deshalb heißt die Technik auch: Frequenz-Sprung-Verfahren. Der Gegner weiß dadurch nie genau, mit welchem Signal die Torpedos gerade gesteuert werden. Er kann deshalb das Signal auch nicht stören oder abhören.

Hedy Lamarr bot ihre Technik der amerikanischen Armee an. Aber die lehnte ab und ihre Erfindung wurde erstmal vergessen.

Erst viel später erkannten Fachleute, wie nützlich sie ist.

Heute ist das Frequenz-Sprung-Verfahren ein wichtiger Teil der Mobilkommunikation und für die kabellose Verbindung ins Internet.

Hedy Lamarr konnte also viel mehr als still rumstehen und dumm gucken! Über ihr abenteuerliches Leben gibt es jetzt sogar einen Kinofilm.

Paulas Nachrichten