Paulas Nachrichten

Großmarkt ist, wenn andere schlafen

17.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Riesige Einkaufshallen, in denen aber nicht jeder einkaufen darf – die stehen in der Stadt Hamburg. Bei dem Riesen-Einkaufsladen handelt es sich um einen Großmarkt. dpa-Nachrichten für Kinder durfte sich auf dem Blumen-Großmarkt umschauen – und hat sich schlaugemacht, warum da nicht jeder reinkommt.

In der riesigen grauen Halle sind schon viele Menschen unterwegs. Dabei ist es zwei Uhr nachts! Rollregale rattern über den Betonfußboden, alle Leute sind irgendwie in Eile. Sie packen Blumen aus und bauen ihre Stände auf. Auch Michael Rieck. Er hat eine Gärtnerei und verkauft seine Blumen auf dem Blumen-Großmarkt in der Stadt Hamburg. Mitten in der Nacht? Wer kauft denn da Blumen?

Der Blumen-Großmarkt in Hamburg ist kein normales Geschäft! Dort kaufen nur Leute ein, die die Pflanzen noch weiterverkaufen wollen. Also zum Beispiel jemand, der einen Stand auf einem Wochenmarkt hat. Genau genommen sind auf dem Großmarkt also keine Kunden wie du und ich unterwegs, sondern nur Händler. Normale Leute können nicht einfach zum Großmarkt gehen und Blumen kaufen. Denn man braucht einen Ausweis, um hineinzukommen.

Ute zum Beispiel darf auf den Blumen-Großmarkt. Die junge Frau hat einen Blumenladen. Sie kommt gegen Morgen an den Stand von Michael Rieck, denn sie will bei ihm Chrysanthemen kaufen. Das sind leuchtende Herbstblumen. Wenn sie ihr Geschäft gegen 9 Uhr am Vormittag aufmacht, kann sie ihren Kunden die Chrysanthemen weiterverkaufen. Auf so einem Großmarkt ist es ganz anders als in einem normalen Blumengeschäft: Die Blumen leuchten zwar auch hier in Gelb, Rot, Rosa und Weiß – aber es gibt Tausende von ihnen. Überall! Ein riesiges Meer aus Blumen. Aber sie sind nicht zu Sträußen gebunden, sondern in bestimmten Mengen in Plastik verpackt. Ganz ohne Deko. Verkauft werden Gebinde, keine einzelnen Blumen. Die Käufer packen die Gebinde auf Rollwagen oder legen sie in lange flache Kartons.

Michael Rieck hat manchmal eines seiner Kinder dabei. „Ich bin auch mit meinem Vater mitgefahren“, erzählt er. „Als ich ungefähr acht Jahre alt war, fand ich es richtig aufregend. Hier war viel los! Viele Leute liefen herum, es war immer ein bisschen hektisch.“ Heute bedeutet der Großmarkt für ihn eine Menge Arbeit.

Aber als er gegen acht Uhr morgens einpackt, hat er fast alle Blumen verkauft. Draußen wird es hell. Michael Rieck düst nach Hause und legt sich ins Bett. Na dann: Gute Nacht!

Michael Rieck verkauft Gebinde an die Besitzerin eines Blumenladens. Foto: Petra Reinken

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