Paulas Nachrichten

Grausame Kämpfer und schlaue Gelehrte

25.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ist das aber steil! Ächzend wischt sich der dickbäuchige Mann den Schweiß von der Stirn. Dann wuchtet er sich weiter die Stufen hoch, eine nach der anderen. 91 Stufen müssen er und die anderen Touristen zurücklegen, bis sie die Spitze der Pyramide erreicht haben.

Doch die Mühe lohnt sich. Was für ein toller Ausblick: Tempel, kleinere Pyramiden und Plätze liegen vor den Besuchern. Sie sind in Mittelamerika und blicken auf Chichén Itzá (ausgesprochen: „Tschi-tschen Itza“), die berühmte Tempelstadt der Maya in Mexiko.

Vor rund 1500 Jahren erbaute das Indianervolk der Maya die Stadt. Damals durften nur Priester den Tempel betreten, der hoch oben auf der Pyramide stand. Diese Bauwerke waren schließlich Göttern gewidmet. Und die durfte man nicht verärgern. Stattdessen taten die Maya alles, ihre Götter gut zu stimmen. Sie feierten deswegen große Feste und bauten prachtvolle Gebäude. Manchmal brachten sie ihren Göttern sogar Menschenopfer: Die Maya führten Kriege, um die Gefangenen dann später zu opfern.

Aber diese Indianer waren nicht nur grausame Krieger, sondern auch geniale Mathematiker, Architekten und Künstler. Sie bewohnten ein Gebiet, das etwa so groß war wie Deutschland. Die meisten Siedlungen lagen auf Yucatán (ausgesprochen: „Ju-ka-tan“), einer riesigen Halbinsel in Mittelamerika. Heute gehört der Norden der Halbinsel zu Mexiko, der Süden zu Guatemala und Belize.

Das Gebiet der Maya bestand aus einzelnen Staaten, die jeweils von einem mächtigen König regiert wurden. Der König wurde sehr verehrt. Ihn umgaben Priester, Krieger, Adlige und Gelehrte. Die Priester beobachteten beispielsweise den Lauf der Sonne und die Stellung von Mond und Sternen. In Chichén Itzá erbauten sie sogar ein Observatorium, also ein Gebäude, das dazu diente, die Sterne zu betrachten.

Die Maya benutzten Kalender. Und sie hatten eine eigene Schrift. Sie bestand aus Bildern und Silbenzeichen. Die Gelehrten schrieben die Geschichte und das Wissen ihres Volkes in Bücher, die so genannten Kodizes. Das Papier machten sie aus Baumrinde. Oder sie meißelten Informationen in große Steine. Weil einige davon bis heute erhalten sind, wissen wir überhaupt, wer die Maya waren.

An unterster Stelle der Maya-Gesellschaft standen die Bauern und schließlich die Sklaven. Sie durften nicht in der Stadt wohnen. Die Bauern lebten in einfachen Lehmhütten auf dem Land. Die Jungen gingen mit ihren Vätern auf die Jagd und erledigten die Feldarbeit. Die Mädchen halfen ihren Müttern im Haus.

Die meisten Speisen der Maya waren aus Mais zubereitet. Maiskörner wurden zu Brei verarbeitet und zu dünnen Pfannkuchen gerollt. Noch heute sind diese Maisfladen bekannt, sie heißen Tortillas (ausgesprochen: Tor-ti-jas).

Überall auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko kann man Spuren der Maya finden. Dabei ging die Welt der Maya mit ihren Wissenschaften, Gebäuden und Erkenntnissen schon vor Jahrhunderten auf rätselhafte Weise unter. Warum, weiß bislang keiner so genau.

Forscher vermuten, dass Kriege und Dürrezeiten den Maya zusetzten. Sie wurden schwächer. Dann eroberten die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert die letzten Maya-Königreiche.

Nach dem Untergang der Maya überwucherte Urwald die alten Städte wie die in Chichén Itzá. Sie gerieten für lange Zeit in Vergessenheit. Erst vor etwa 160 Jahren wurden sie wiederentdeckt. Nun werden sie nach und nach ausgegraben.

Heute sind es – anders als früher – nicht mehr die Priester, die zur Spitze der Pyramide vordringen, sondern Touristen. Sie kommen aus der ganzen Welt, um auf die alten Bauwerke zu steigen. Vorausgesetzt, sie haben genügend Puste, um bis ganz nach oben zu kommen.

Früher durften nur Priester den Tempel hoch oben auf der Pyramide betreten. Heute kommen die Touristen, um sich die Ruinen anzusehen. Foto: Alexandra Frank

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