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Goldgräber: André ist im Goldrausch

18.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

André ist im Goldrausch. Vor gut einem Monat hat er in einem kleinen Fluss auf Madagaskar ein Goldstück gefunden. Es ist so groß wie eine Linse. Das klingt nach nichts, ist aber gigantisch: In der Natur kommt meist nur Goldstaub vor, also wie Flitter.

Goldwäscher André (rechts) schippt den Schlamm in eine Holzschale. Foto: F. Badenschier

Der Mann mit dem Basecap steigt hinab in den Fluss. Das Wasser steht ihm bis zur Hüfte. Mit einem Spaten sticht er in den Boden des Flusses. Die Erde schippt er in eine runde Holzschale. Sein junger Partner schwenkt diese Pfanne und lässt so Wasser über den Rand schwappen. Dabei schiebt er auch Steine aus der Schale heraus. Konzentriert schaut der Junge in die Schale und kippt sie dann komplett aus. So suchen die beiden nach Gold auf Madagaskar, einer Insel vor der Südostküste Afrikas.

Der Fluss ist längst schlammig und gelbbraun, so wie die Erde ringsherum. André schippt die nächste Ladung Erde in die Schale. Sein Kumpel schwenkt wieder den Schlamm. Auf einmal lachen beide: Etwas in der Pfanne schimmert. „Das ist bestimmt Gold“, sagt André und nimmt seinem Kollegen die Schale ab. Er schwenkt nun selbst weiter, um die unnötige Erde herauszuschwemmen. Übrig bleibt schwarzes Pulver – und etwas Funkelndes. André läuft mit der Schale ans Ufer, wo das Wasser etwas ruhiger ist. Der goldene Flitter soll ja nicht gleich wieder fortgeschwemmt werden. Schließlich zeigt André auf die Mitte der Schale. Dorthin, wo das Holz eine kleine Delle hat. Ein winziger Punkt schimmert: „Gold“, sagt der 42-Jährige stolz.

Wie viel der Fund wohl wiegt? „Verschwindend wenig“, sagt André. Doch jeder noch so kleine Goldkrümel zählt. André steckt das winzige Korn in eine kleine Glasflasche. In der Flasche sammelt er das goldene Pulver, um es später zu verkaufen. Schnell versteckt er das Glas. Die Nachricht vom ersten Fund des Tages macht schon die Runde. Im Umkreis suchen nämlich noch einige andere nach Gold. Sie eilen nun zu Andrés Stelle und suchen hier weiter. Die Arbeit ist mühsam.

„Die Goldsuche ist auch nicht gut für die Natur, das weiß ich“, sagt André. „Ich zerstöre den Boden. Und die Erde fließt flussabwärts, wo dann die Menschen Wasser mit Erde trinken.“ Doch die Goldsuche bringe nun einmal Geld, sagt André. Ein Gramm Goldpulver sei so groß wie eine rote Bohne. Es ergebe umgerechnet rund 32 Euro. „Um ein Gramm Gold zu finden, brauche ich etwa vier Tage.“ 32 Euro in vier Tagen: Für einen Madagassen ist das viel Geld. Als Bauer hat André weniger verdient – zu wenig zum Leben. Madagaskar gehört nämlich zu den ärmsten Ländern der Welt. „Deswegen suche ich seit sieben Jahren nach Gold, jeden Tag von sieben Uhr morgens bis drei Uhr am Nachmittag.“

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