Paulas Nachrichten

Getreidehähnchen und Blattlauslöwen

16.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Von weitem sieht das Getreidefeld wie ein gelbes Meer aus. Wenn der Wind hineinfährt, wogen die prallen Ähren mit den reifen Körnern hin und her. Bevor man mitten hinein gelangt, muss man oft erst durch einen Streifen mit bunten Blumen gehen. Der heißt Ackerrandstreifen. Hier blühen unter anderem roter Klatschmohn, blaue Kornblumen, weiße Kamille und Disteln.

Früher wuchsen diese Pflanzen auch auf den Feldern, sagt der Bauer Gerd Voß. Doch im Feld sehen Bauern andere Pflanzen nicht gern. Denn sie nehmen ihrem Getreide Nährstoffe und Wasser. Außerdem stören die anderen Kräuter und Pflanzen bei der Ernte. Deshalb verhindern Bauern, dass zwischen dem Getreide noch andere Pflanzen wachsen.

Doch so wurden über die Jahre Mohn und andere Wildpflanzen verdrängt. Einige sind inzwischen sogar vom Aussterben bedroht, die pinkfarben blühende Kornrade zum Beispiel. Auch deswegen lassen viele Bauern heute den Randstreifen stehen. Auf dem Streifen wird nicht gedüngt, es werden keine Gifte als Pflanzenschutzmittel gespritzt.

Richtig wohl fühlen sich Mäuse im Feld. Aber auch die sind bei den Bauern nicht so beliebt. Die Nager bauen Höhlen im Acker und stören damit die Getreidepflanzen beim Wachsen. Auch kleinere Krabbler können dem Getreide gefährlich werden, erzählt der Experte Stephan Goltermann. Gefräßige Blattläuse saugen den Saft aus den Pflanzen, sodass die vertrocknen und absterben. Auch das Getreidehähnchen futtert für sein Leben gern an Blättern von Weizen, Roggen und Gerste. Um das Tier zu sehen, muss man genau hinschauen. Es ist nämlich ein Käfer. Der schimmert blau und wird etwa sechs Millimeter groß.

Zum Glück gibt es auch Tiere, die die Schädlinge fressen. Spinnen oder Laufkäfer futtern Blattläuse. Der bekannteste unter ihnen ist der Marienkäfer. Er frisst Blattläuse in Massen. Und richtig auf die Läuse spezialisiert hat sich der Blattlauslöwe. So wird die Larve der Florfliege genannt. Sie hat zwei lange Zangen am Kopf, mit denen sie Blattläuse richtig aussaugt. Die Larve lebt zwei bis drei Wochen. In der Zeit kann sie bis zu 400 Blattläuse vertilgen.

Auf diesem Ackerrandstreifen neben einem Getreidefeld blühen unter anderem roter Klatschmohn, blaue Kornblumen, weiße Kamille und Disteln. Früher wuchsen diese Pflanzen auch auf den Feldern. Foto: Volker Wahmkow

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