Paulas Nachrichten

Gemüse aus dem Hochhaus

12.03.2016, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gemüseanbau in den Städten könnte viele Transporte sparen

Gemüse kommt normalerweise vom Acker. In Zukunft könnten Salat, Tomaten und Spinat jedoch in Hochhäusern wachsen. Auf einer „Vertical Farm“. Forscher tüfteln gerade daran, dass das klappt. Denn solche besonderen Bauernhöfe könnten ein großes Problem lösen.

Hier wachsen Tomaten im Keller eines Büro-Gebäudes in Tokio in Japan. Foto: Epa/Everett Kennedy Brown

Glaubt man den Forschern, dann gibt es schon bald ganz besondere Hochhäuser. In diesen werden aber keine Menschen leben. Und es werden dort auch keine Büros zum Arbeiten sein. Stattdessen sollten in diesen Hochhäusern zum Beispiel Tomaten wachsen – oder Radieschen, Gurken, Reis und Salat.

Man nennt so ein Hochhaus auch „Vertical Farm“. Das ist englisch und heißt übersetzt etwa so viel wie: senkrechter Bauernhof. Hier sollen zum Beispiel auf verschiedenen Stockwerken Salate und Karotten in hohen Regalen übereinander wachsen. An vielen Orten der Welt tüfteln Experten daran, wie man diese Hochhäuser am besten bauen könnte.

Denn mit ihrer Hilfe wollen die Fachleute ein großes Problem lösen. In den kommenden Jahren wird die Bevölkerung der Erde vermutlich weiter wachsen. Es werden also noch mehr Menschen auf der Welt leben. Die müssen natürlich alle etwas essen.

Um aber Getreide oder Gemüse anbauen zu können, brauchte man bisher riesige Felder. Diese kann man aber nicht einfach endlos erweitern und vergrößern. Es sei denn, man zerstört dafür die Natur.

Übereinander statt nebeneinander

Forscher überlegten sich darum: Vielleicht könnte man die Felder nicht verbreitern – sondern Pflanzen in die Höhe anbauen. Statt nebeneinander, soll das Gemüse übereinander wachsen, auf verschiedenen Stockwerken.

Klingt nach einer super Idee. Auf diese Weise spart man nämlich nicht nur Platz, sondern auch einen weiten Transport. Schließlich könnten solche Turm-Bauernhöfe überall stehen, auch direkt in großen Städten. So müsste man Tomaten nicht etwa aus fernen Ländern in Lastwagen herfahren. Dadurch würde wiederum die Umwelt geschont.

Einige solcher Hochhaus-Bauernhöfe sind heute schon in Betrieb. Zum Beispiel im Stadtstaat Singapur in Asien. Dort bauen Leute in einer „Vertical Farm“ seit rund zwei Jahren Gemüse an. Auch in Deutschland tüfteln Forscher an einer Hochhaus-Farm, etwa in Bremen.

Licht von LED-Lampen

Doch es gibt noch einige Probleme: Die Hochhäuser verbrauchen zum Beispiel derzeit zu viel Energie. Das Licht für die Pflanzen kommt dort etwa aus LED-Leuchten. Sie müssen die Aufgabe der Sonne übernehmen. Forscher hoffen jedoch: Werden LED-Leuchten in Zukunft besser und verbrauchen etwa weniger Energie, könnte das mit den senkrechten Bauernhöfen vielleicht bald richtig gut klappen . . .

Paulas Nachrichten