Paulas Nachrichten

Geister jagen mit Aufnahmegerät und Kamera?

28.06.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine Schlosskirche voller Geisterjäger, aber wo ist der Geist? In einem Schloss in Baden-Württemberg haben Leute nach Gespenstern gesucht. Sie glauben, dass es in dem Gemäuer spukt. Andere halten das für Quatsch!

Eine winzige Kirche mitten in der Nacht. Es ist fast so dunkel wie in einem Gruselfilm. Von draußen fällt das Licht einer Straßenlaterne in den Kirchenraum und scheint auf eine Mönchsfigur in der Ecke. Eine kleine Gruppe von Menschen in schwarzen T-Shirts sitzt auf den Kirchenbänken und horcht in die Stille. Sie nennen sich Geisterjäger. Eine junge blonde Frau fragt: „Ist außer uns noch irgendjemand hier anwesend?“ Sie heißt Sandra Kunze und auf ihrem Hemd steht „Ghosthunters Agency“ – Agentur für Geisterjäger.

Die 28-Jährige leitet die Gruppe. Sie rückt immer dann aus, wenn ihnen jemand berichtet, dass er irgendwo ein Spukwesen gespürt hat. So war es auch beim Schloss Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Im Internet hatte ein Nutzer von einem unerklärlichen „kalten Hauch“ in der Schlosskirche erzählt. Sandra Kunze fragte daraufhin bei der Schlossverwaltung an, ob ihr Team in der Kirche nach Geistern suchen dürfe. Es durfte!

So kam es, dass die Ghosthunter an einem Samstagabend ihre Apparate aufbauen durften. Nachtsichtkameras, normale Videokameras, Aufnahmegeräte und spezielle Temperaturmessgeräte zählen dazu. Vielleicht kann man auf den Fotos ja einen Schatten sehen oder auf dem Aufnahmeband eine Stimme hören? Oder vielleicht wird es wenigstens durch den Geist im Raum plötzlich kälter? Auch wenn die Geisterjäger bei ihrem Vorgehen sehr ernst ausschauen, zweifeln viele Menschen daran, dass sie wirklich Geister finden. „Wenn Menschen etwas nicht verstehen, erklären sie das eben mit Geistern“, sagt Walter von Lucadou aus Freiburg. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und hat noch keinen einzigen Beweis für Geister gefunden. „Die ganzen sogenannten Beweise sind alle nicht stichhaltig“, sagt er. Einer wissenschaftlichen Untersuchung halten sie also nicht stand. Sie lassen sich meist vernünftig erklären, zum Beispiel mit einem offenen Fenster oder einem Fleck auf der Kameralinse.

Sandra Kunze während eines „Sit-ins“ in der Kirche des Schlosses in Ludwigsburg Foto: Franziska Kraufmann

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