Paulas Nachrichten

Futterzeit für die Krokodildame Maragi

04.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Krokodile kommen Menschen in freier Wildbahn selten zu nahe. Anders ist es im Krokodil-Gehege im Zoo in Berlin: Dort wohnt Krokodildame Maragi. Aber auch wenn sie schon manchen Besenstil zerfetzt hat, bösartig ist Maragi nicht, sondern nur neugierig. 

Grillen zirpen, und feuchtwarme Luft schlägt einem entgegen, sodass es im T-Shirt gerade angenehm ist. Man fühlt sich fast wie im Regenwald, wenn man das Krokodil-Gehege im Berliner Zoo betritt. Das Zirpen der Grillen wird vom Tonband abgespielt. Damit sollen sich die Tiere so fühlen, als wären sie wirklich im Dschungel. Gerade sind sie etwas unruhig. Grund ist der Tierpfleger Thomas Warkentin. Der steht mit einer großen Schüssel auf der Brücke, die über das Becken führt. Das bedeutet: Essenszeit!

Auf der einen Seite unter der Brücke teilen sich Wasserschildkröten mit vier Kaimanen das Gehege. Kaimane gehören zur Familie der Alligatoren und sind in der Regel kleiner als echte Krokodile. Auf der anderen Seite verharrt reglos ein Tier im Wasser: Maragi. Sie ist ein Neuguinea-Krokodil. Ihr Name bedeutet auf einer Stammessprache in Neuguinea „Die Kleine“. Dabei ist Maragi nicht so klein: etwa einen Meter und 60 Zentimeter ist sie lang.

„Maragi!“ ruft Thomas Warkentin und klopft mit dem Finger auf die Schüssel. Heute gibt es Küken. Die sind aber bereits tot. Das Krokodil lauert im Wasser. Es merkt, dass gleich etwas passieren wird. Der Tierpfleger wirft ein Küken ins Wasser. Maragi ist aufgeregt, sodass sie das Futter nicht gleich findet. Hektisch sucht sie das Wasser ab. Dann schnappt sie zu. Mit einem Happs ist das Küken in ihrem Maul verschwunden. Bis zu zwölf Stück bekommt das Krokodil bei einer Fütterung – je nachdem, wie hungrig es ist. Zweimal in der Woche wird Maragi von der Brücke aus gefüttert.

Am liebsten döst Maragi unter dem UV-Strahler auf der Sandfläche. Der Strahler springt mehrmals am Tag an und strahlt UV-Licht und Wärme aus. Das ist fast wie Sonnenlicht. Wenn es ihr zu heiß wird, kühlt sie sich im Wasserbecken daneben ab.

Sie ist eine Einzelgängerin: Außer ein paar Wasserschildkröten duldet sie keine anderen Tiere um sich.

Näher kommen ihr die Pfleger, wenn’s ums Putzen geht: Einmal in der Woche muss ihr Gehege sauber gemacht werden. Und ein Tierpfleger steigt auf einer Leiter zu ihr herunter. Dann wird das Wasser aus dem Becken gelassen und mit einem Wasserschlauch und einem Schrubber macht sich der Pfleger an die Arbeit. Währenddessen postiert sich ein anderer Pfleger auf der Brücke und lässt Maragi nicht aus den Augen. Er warnt seinen Kollegen, wenn das Krokodil näherkommt. Das könnte nämlich gefährlich werden: Im Schwanz haben Krokodile so viel Kraft, dass sie mit einem Schlag einem Erwachsenen ein Bein brechen könnten.

„Maragi ist ein sehr freches Krokodil“, sagt Thomas Warkentin, „sie lässt sich nicht leicht einschüchtern.“ Meist beäugt sie neugierig das Geschehen, wenn ihre Unterkunft geputzt wird. Krokodile greifen eigentlich selten von sich aus Menschen an.

Aber schon öfter ist Maragi zu neugierig geworden, erzählt der Pfleger: Mit Leichtigkeit zerfetzt das Reptil dann einen ganzen Besenstiel. Das mache Maragi jedoch nicht, weil sie bösartig oder aggressiv sei. Vielleicht denkt sie nur, dass man mit ihr spielen will.

„Da lernt man natürlich Respekt“, sagt Thomas Warkentin. Angst hat der Tierpfleger aber nicht – er kann inzwischen einschätzen, wann er dem Krokodil zu nahekommt und ihm besser aus dem Weg geht. Er wirft noch einmal ein Küken ins Wasser. Diesmal dauert es ein bisschen länger, bis das Krokodil das Futter gefunden hat und zuschnappt. Der größte Hunger scheint gestillt.

Maragi verzieht sich in den hinteren Teil des Beckens, um ihrer Lieblings-Beschäftigung nachzugehen: dösen.

Zweimal in der Woche wird Maragi von der Brücke aus gefüttert. Foto: Franziska Langhammer

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