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Fußball-Weltmeisterin organisiert die WM

05.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fußball-Weltmeisterin – das war sie schon. Jetzt ist Steffi Jones Chefin beim Organisieren der Frauenfußball-WM. Die steigt 2011 in Deutschland.

Dabei ist die frühere Abwehrspielerin kein Stück eingebildet. Wer schüchtern vor der 37-Jährigen steht, den lächelt sie an und sagt fröhlich: „Hi, ich bin die Steffi.“ Und man darf sie gleich duzen.

Natürlich will sie, dass die WM ein Knaller wird. Und sie möchte zeigen: Hey, Frauenfußball ist cool! Dafür besucht sie auch Schulklassen. Manchmal hat sie eine ihrer Olympia-Medaillen in ihrer Handtasche dabei. Die dürfen dann alle anfassen. dpa-Nachrichten für Kinder sprach mit Steffi.

Was machst du als Chef-Organisatorin der WM genau?

Ich bin wie eine Spielerin früher auf dem Feld. Nur jetzt habe ich einen Hosenanzug an. In den Stadien bei Länderspielen treffe ich mich jetzt weniger mit Fans, sondern mit anderen Menschen: wichtigen Leuten aus der Wirtschaft, Politik oder dem Sport. Da mache ich Werbung für den Mädchen- und Frauenfußball und für die WM. Und das ist eine große Chance, denn wir haben sehr viele Mädchen, die noch keinen Verein in ihrem nahen Umfeld haben, die vielleicht noch bei den Jungs spielen müssen. Das wollen wir ändern.

Du hattest im vergangenen Jahr etwa 250 Termine. Ist das nicht stressig?

Das ist nicht stressig, sondern das ist eine tolle Aufgabe. Ich habe ein Team, und jeder hilft, dass diese WM ein ganz großer Erfolg wird. Und das mache ich wahnsinnig gern. Ich will, dass alle wissen, dass Fußball mehr ist als nur dieses Spiel. Und dass ich dankbar bin, dass ich so lange Fußball spielen durfte. Ich habe sehr viel mitgenommen als Werte – dass man Respekt hat gegenüber seinen Mitmenschen, dass man Fairplay lebt, dass man Anstand hat. Das sind alles Dinge, die der Fußball auch mitbringt. Das ist eine tolle Sportart. Und etwas Schöneres könnte ich mir gar nicht vorstellen.

Hast du auch einen Hubschrauber wie Franz Beckenbauer? Der hatte ja 2006 die Männer-WM organisiert und flog die ganze Zeit nur umher . . .

Ich fahr’ im Auto oder ich fliege auch. Ich hatte auch schon einen Hubschrauberflug. Man sollte Frauen- und Männerfußball aber nicht vergleichen, sondern als eigenständige Sportarten sehen. Es ist wichtig, aufzuzeigen, dass ein Junge irgendwann körperliche Vorteile hat, und deswegen ist es ein unfairer Zweikampf.

Was rätst du einem Mädchen, das Nationalspielerin werden will?

Ich sage immer, dass es Spaß machen muss. So fängt man an: Es macht Spaß, man entwickelt Leidenschaft, man hat hoffentlich Talent. Und dann muss vieles passen. Dann muss das Umfeld stimmen, ich brauche einen sehr guten Coach, ich brauche Förderung und Eltern und Freunde, die mich unterstützen. Es gibt kein Rezept dafür: Wie werde ich Nationalspielerin. Das ist auch ein Stück weit Glück.

Die frühere deutsche Fußball-Nationalspielerin und WM-OK-Präsidentin Steffi Jones. Jetzt ist Steffi Jones Chefin beim Organisieren der Frauenfußball-WM. Die steigt im Jahr 2011 in Deutschland. Foto: Marius Becker

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