Paulas Nachrichten

Für den guten Ton

13.10.2018, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In Filmen werden viele Töne von Geräuschemachern produziert

Geräuschemacher kümmern sich um die Töne in Filmen und auch in Hörspielen. Meist werden die Geräusche in einem Studio aufgenommen, nachdem der Film schon gedreht worden ist. Dabei kommen manchmal auch Gießkannen und Kokosnüsse zum Einsatz.

Geräuschemacher Steffen Köhler bearbeitet an einem Computer Töne, die im Tonstudio aufgenommen wurden. Foto: Philipp Brandstädter

Der Motor eines Autos heult auf. Die Reifen quietschen, Sirenen heulen. Auf der Kinoleinwand liefert sich die Polizei eine wilde Verfolgungsjagd. Passend zu den Bildern ertönen aus den Lautsprechern im Saal Geräusche. Die entstehen aber nicht durch Zufall.

Wenn Filmemacher einen Film drehen, nehmen sie meist auch die Geräusche auf. Wenn sich die Leute hierzulande Kinofilme aus dem Ausland ansehen, hören sie aber selten die tatsächlich aufgenommenen Töne. Sonst würden sie auch die Filmfiguren in einer anderen Sprache sprechen hören. Und diese würde in Deutschland nicht jeder verstehen.

Also werden die echten Geräusche durch neue ersetzt. Die Gespräche der Filmfiguren werden ins Deutsche übersetzt. Die Töne drum herum nachgestellt. Dazu gehören laute Geräusche, etwa von Flugzeugen. Aber auch unauffällige Geräusche wie das Rascheln von Kleidung.

Wie man Töne nachstellt, erklärt der Fachmann Steffen Köhler in einem Tonstudio. Hier nimmt er Geräusche mit Mikrofonen auf. Vorher greift er oft in eine hölzerne Truhe. Da sind Bürsten drin, Gummihandschuhe, Alufolie und vieles mehr. „Im Film kommen viele Geräusche gar nicht von ihrer ursprünglichen Quelle“, verrät der Experte. „Da kann man ziemlich viel schummeln. Eine Plastikfolie etwa knistert wie ein Kaminfeuer, wenn ich sie zusammenknülle.“ Zwei aneinandergeschlagene Kokosnuss-Schalen klingen wie das Getrappel eines Pferds. Und ein auf eine Kiste geschlagenes Lineal klingt wie der Schuss einer Pistole.

Für einen Film nimmt der Geräuschemacher im Studio alle Töne auf, die gebraucht werden. „Die aufgenommenen Geräusche kann ich dann am Computer weiterbearbeiten“, sagt Steffen Köhler.

Außerdem werden die Töne in einer Art Bibliothek abgespeichert. „So muss ich nicht jeden Fußschritt, jedes Meeresrauschen oder Kanonenfeuer neu aufnehmen. Ich kann oft auch alte, bereits aufgenommene Geräusche benutzen“, erklärt der Fachmann.

Zum Schluss wird die Tonspur so mit dem Film verknüpft, dass die Geräusche genau zu den Bildern passen. Erst durch die Töne wirken die Filme lebendig. Nun denken die Leute im Kino, dass sie Regen hören, wenn auf der Leinwand Regen auf die Straße prasselt. Und nicht, dass der Geräuschemacher mit einer Gießkanne im Studio nachgeholfen hat.

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