Paulas Nachrichten

Freerider suchen sich ihre eigene Ski-Piste

24.12.2015, Von Silke Fokken — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Normalerweise fahren Skifahrer markierte Pisten hinunter, manchen Leuten ist das zu langweilig

Sie wollen lieber abseits der Pisten Ski fahren. Diesen Sport nennt man auch Freeriding. Wir haben mit einem Profi gesprochen.

Ein hoher Salto durch die Luft, ein mutiger Sprung vom Felsen – Felix Wiemers fährt nicht einfach Ski, sondern stürzt sich von steilen Abhängen. Der 27-Jährige macht Freeriding (gesprochen: Friireiding). Freerider sind Profis, die abseits der Pisten unterwegs sind. Im Interview mit „dpa-Nachrichten für Kinder“ erzählt Felix, was ihn an dem Sport so begeistert.

Was ist der Unterschied zwischen Freeriding und normalem Skifahren?

Felix Wiemers: „Beim Freeriding bleibe ich nicht auf den vorgegebenen Skipisten, sondern fahre quer durchs Gelände. Ich suche mir meine Strecke selbst aus, um den Berg herunterzukommen. Das Schöne ist, dass ich dann weg bin von dem Pistentrubel. Ich stelle mich den Hindernissen, die sich in der Natur bieten, wie zum Beispiel hohe Felsen oder steile Abhänge. Ich muss aber auch die Gefahren der Natur richtig einschätzen, etwa ob eine Lawine droht.“

Freeeriden sieht aber auch ziemlich gefährlich aus!

Felix Wiemers: „Ich würde niemandem empfehlen, einfach mal auf gut Glück ins Gelände zu fahren und sich einen Berg hinunterzustürzen. Das ist wirklich gefährlich. Man sollte anfangs einen Profi mitnehmen. Ich habe mir zuerst auch leichtere Strecken ausgesucht und mich dann nach und nach gesteigert. Außerdem fahre ich nie alleine los, sondern immer mit Freunden, und ich habe immer eine Sicherheitsausrüstung dabei: Helm, Schutzkleidung und Hilfsmittel, falls man in eine Schneelawine gerät.“

Wie suchst du dir deine Strecken aus?

Felix Wiemers: „Ich sehe mir den Hang zuerst vom Berg gegenüber genau an und überlege mir vorher, wie ich da hinunterkomme, wo ich zum Beispiel von Felsen springen, einen Rückwärtssalto schlagen oder andere Sprünge machen kann. Wenn ich die Strecke dann fahre, ist das ein unglaubliches Erlebnis. Ich habe dann immer ein Gefühl von Glück und Freiheit. Ich vergesse alle Sorgen und bin ganz in meiner Welt.“

Hast du dich beim Freeriding schon mal verletzt?

Felix Wiemers: „Nein, mir ist bisher zum Glück noch nie was passiert.“

Freeriding geht nur mit viel Schnee im Winter. Was machst du im Sommer?

Felix Wiemers: „Ich habe noch ein zweites Hobby: Kunstturnen. Dafür trainiere ich sehr viel, und das nützt mir auch beim Freeriding. Wenn ich auf dem Trampolin einen Salto mache, lernt der Körper die Bewegung, und dann habe ich es später im Schnee umso leichter. Außerdem studiere ich, um Lehrer zu werden. Im Sommer lerne ich viel für die Uni, damit ich mir im Winter freinehmen kann, um so viel Zeit wie möglich auf Skiern zu verbringen.“

Wie sieht dein Training zurzeit aus?

Felix Wiemers: „Ich bin gerade in Österreich und stehe jeden Tag drei bis vier Stunden auf Skiern. Aber ich fahre nur auf den normalen Skipisten, weil für das Freeriding noch nicht genug Schnee liegt. Wir brauchen dafür nicht nur künstlichen Schnee auf den Hängen, sondern es muss viel natürlicher Schnee fallen. Sobald genug Schnee da ist, bin ich startklar. Ich bin schon ganz heiß darauf, dass es losgeht.“

Paulas Nachrichten

Gitarre spielen ohne Gitarre

Luftgitarristen auf der Bühne

Jemand macht auf einer Bühne wilde Bewegungen und trägt dabei ein Kostüm. Vielleicht spielt derjenige ja Luftgitarre. So nennt man es, wenn jemand ohne E-Gitarre E-Gitarre spielt. Es gibt sogar eine Weltmeisterschaft.…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten