Paulas Nachrichten

Fantasie ohne Grenzen: Poesiefestival

11.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Stimmung ist unheimlich. Es wird dunkel auf der Bühne, schrille Musik erklingt. Gestalten mit bedrohlichen, bunten Tiermasken vor den Gesichtern sind da. Nur Lukas steht ohne Maske dort. „Keine Ahnung, wo ich bin“, sagt der Elfjährige ängstlich.

Dann bewegen sich um ihn herum die Figuren. „Dieses Dunkel!“, ruft Lukas immer verzweifelter. Doch dann sieht er einen Lichtspalt und ist erleichtert. Alles war ein Alptraum. Die Monster gibt es gar nicht!

Lukas und seine Klasse haben das Gedicht „Mitten in der Nacht“ von Paul Maar in ein Bühnenstück verwandelt. „Jeder kennt doch das Gefühl, wenn man allein in der Dunkelheit ist und etwas ängstlich ist“, sagt Lukas. „Darüber geht das Gedicht.“ Die zehnjährige Cindy schaut im Publikum zu und ist begeistert: „Toll, was die aus daraus gemacht haben.“

Dann kommt die Stunde von Bob. Der Zehnjährige im blauen T-Shirt sagt auswendig eine Strophe aus einem Paul-Maar-Gedicht auf: „Der Frosch, der guckt die Fröschin an und zeigt, dass er sie mag. Erst bläht er sich ganz mächtig auf und dann, dann sagt er ,Quaaak!‘“ Das „Quaaak“ sagt Bob ganz laut. Da lachen alle im Saal. „Hat Spaß gemacht“, meint Bob nach der Vorstellung. Eigentlich liest er ja keine Gedichte, aber vielleicht ändert sich das jetzt. „Das Thema muss gut sein, zum Beispiel Freundschaft oder Tiere“, findet er. „Wenn es am Ende traurig ist, dann ist das blöd.“

Die Kinder machen beim Berliner Poesiefestival mit. Dabei treten in dieser Woche 150 Dichter auf.

Am Mittwoch zeigten sechs Klassen, was sie mit Gedichten so machen können. Ki.Ka-Moderator Juri Tetzlaff führte durch das Programm und staunte. „Hier sind ja richtige Nachwuchs-Dichter“, sagte der 35-Jährige.

Auch Überraschungen gab es für die Zuhörer. Zum Beispiel stecken in manchen Versen viele Zahlen. „Acht Wachtsoldaten bewachten Wachteln in Schachteln und lachten“, hieß es in einem Gedicht. Das ist wie ein Rätsel, in dem die Zahl Acht sechsmal versteckt ist!

Bob sitzt da nach seinem Auftritt schon wieder im Publikum und ist ganz vergnügt. „Ich wusste gar nicht, dass Gedichte so Spaß machen“, sagt er.

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