Paulas Nachrichten

Es macht Spaß, mit anderen zu jubeln

12.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stellt euch eine Fußball-Weltmeisterschaft ohne die vielen Besucher im Stadion und die Zuschauer vor den Fernsehern vor: Das ginge eigentlich gar nicht, dann wäre es keine richtige WM, oder? Fans gehören zum Sport einfach dazu. Warum sie bei einer Niederlage ihres Vereins manchmal sogar weinen, erklärt Fachmann Hans J. Stollenwerk dpa-Nachrichten für Kinder.

Im Fußballstadion ist es manchmal voll, unbequem und oft sieht man nicht besonders gut. Vor dem Fernseher kann man ein Spiel viel besser verfolgen. Warum gehen so viele Menschen trotzdem ins Stadion?

„Die meisten Fans sagen, dass ihnen die gute Stimmung im Stadion genauso wichtig ist wie das Spiel selbst. Es geht da um mehr als um den Sport: Die Show, das Programm drum herum. Es macht Spaß, das mit anderen gemeinsam zu erleben, zusammen zu jubeln oder sich auch gegenseitig zu trösten, neue Freunde zu finden. Viele Leute, die zum ersten Mal ins Stadion gehen, sagen, dass sie davon sehr begeistert sind. Und durch solche Erlebnisse werden Menschen auch zu Fans.“

Einige Fans weinen sogar, wenn ihre Mannschaft verliert. Wieso?

„Wenn man verliert, ist das einfach traurig. Natürlich muss man da nicht gleich weinen, aber für einige Fans ist das dann wirklich schlimm. Es gibt nur wenige solcher extremer Fans. Aber für sie ist Fußball besonders wichtig, ein Hobby und bestimmt fast ihr ganzes Leben. Damit verbinden sie dann eben auch viel Gefühl. Und wenn ihre Mannschaft zum Beispiel absteigt, ist es für sie, als ob eine Welt zusammenbricht.“

Stimmt es, dass Fans zu faul sind, etwa selbst Fußball zu spielen?

„Nein, das sagen zwar viele Leute über diese Fans, aber es stimmt nicht. Die meisten Fans betreiben den Sport selbst auch oder haben das mal gemacht. Oder sie bewegen sich auf andere Weise. Auf jeden Fall sind sie sportlicher als Leute, die nicht Sport gucken. Das wurde wissenschaftlich untersucht. Klar, manche Sportarten wie zum Beispiel Eishockey kann man nicht so einfach betreiben. Aber Fußballfans zum Beispiel, die spielen auch meist selbst.“

Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft jubeln am 8. Juli 2006 vor dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal um Platz drei bei der WM 2006.

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