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Eine Welt ohne Müll

29.09.2018, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Was wäre das für eine Welt! Ohne Abfall, ohne verpestete Luft – kann das funktionieren?

Ja, sagen Leute, die dafür Ideen haben. Die leere Zahnpasta-Tube: ab in den Eimer. Das Trinkpäckchen in der Schulpause: in den Müll damit. Die verschweißte Verpackung um das neue Spielzeug: zack, weg.

Erklärgrafik: Ideen für eine Welt ohne Müll;. Grafik: F. Bökelmann

Wir haben es uns angewöhnt, ständig Sachen wegzuschmeißen. Doch muss das sein? Was wäre, wenn wir von Anfang an darauf achten würden, nichts zu verschwenden? Gleich, wenn Dinge hergestellt werden.

Diese Idee nennt sich Cradle to Cradle. Cradle (gesprochen: kräidl) ist das englische Wort für Wiege. Fachmann Tim Janßen erklärt: „Es geht darum, die Dinge zu ihrem Ursprung zurückzubringen, zum Beginn, zur Wiege eben.“ Tim Janßen leitet einen Verein, der sich für Cradle to Cradle starkmacht. Er wünscht sich eine Welt, in der wir alle genutzten Rohstoffe und Materialien in einen Kreislauf zurückführen. Sodass kein Müll mehr entsteht. Rohstoffe sind zum Beispiel Erdöl, Pflanzen oder Metalle.

Aber derzeit entstehen dauernd Abfallstoffe, wenn Dinge hergestellt werden und wenn sie dann kaputtgehen. Ein Lederschuh wird etwa mit giftigen Stoffen zusammengeklebt. Die Sohlen werden aus Kunststoffen hergestellt, die sich abnutzen. Wie wäre es, wenn man den giftigen Kleber ersetzen würde und das Leder von der Sohle trennen könnte? Die Einzelteile könnten so vielleicht für andere Zwecke verwendet werden.

Tim Janßen sagt: „Wir könnten doch Produkte gleich so gestalten, dass wir dabei keine Rohstoffe verlieren. Warum sollten wir auch das wegwerfen, was wir mit viel Arbeit und Rohstoffen hergestellt haben?“

Dann würde etwa ein Schuhhersteller nur gesunde Materialien verwenden, die wieder in den Kreislauf zurückkehren können. Das bedeutet: Die Rohstoffe müssen entweder biologisch abbaubar sein, also zu etwa zu Pflanzenerde werden können. Oder aber, die Stoffe sind so wertvoll, dass man sie immer wieder verwenden kann.

Bei einigen Produkten funktioniert das sogar schon. Etwa bei bestimmten Filzschreibern, deren Farbe umweltverträglich ist. Zudem sind die Schreiber aus recyceltem Kunststoff gemacht. Und sind die Stifte leer, nimmt der Hersteller sie zurück. „Es gibt bereits kompostierbare Kleidung, biologisch abbaubare Waschmittel und Kosmetik, gesunde Wandfarben und wiederverwendbare Verpackungen“, sagt der Fachmann.

Die Leute von Cradle to Cradle wollen noch mehr solcher Lösungen finden. Zum Beispiel, wie Fabriken kein dreckiges Abwasser mehr verursachen. Oder indem Hersteller kaputte Sachen zurücknehmen und daraus Neues machen.

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