Paulas Nachrichten

Eine Prüfung für mutige Pferde

16.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Regenschirme, Planen, Luftballons . . . Vor solchen Sachen erschrecken sich Pferde manchmal. Ihren Mut können sie bei einem Wettbewerb beweisen: In der Gelassenheitsprüfung müssen sie an solchen Sachen vorbeilaufen oder drüber steigen.

Viele Pferde haben Angst vor Regenschirmen und Flatterbändern. Oder sie wollen nicht auf schwarzem Boden laufen – das ist ihnen unheimlich. Die Pferde bei der Gelassenheitsprüfung in Bad Hersfeld in Hessen müssen deshalb sehr mutig sein.

Da macht plötzlich eine Frau direkt vor ihrer Nase hintereinander zwei Regenschirme auf. Dann müssen die Tiere dicht an rot-weißen Bändern vorbeilaufen, die wild im Wind flattern. Die meisten Pferde gucken zwar argwöhnisch, laufen dann aber artig neben dem Menschen her, der sie führt.

Der Name dieser Prüfung sagt es schon: Die Pferde sollen Gelassenheit zeigen. Das bedeutet, dass sie sich nicht erschrecken. Sie sollen ihrem Menschen vertrauen und sich von ihm führen lassen – auch wenn ihnen die Sache nicht geheuer ist. Denn wenn sich ein Pferd erschrickt, seinen Kopf dabei hochreißt oder wegläuft, kann es sich oder Menschen wehtun.

Bei der Gelassenheitsprüfung dürfen alle Pferde mitmachen, vom winzigen Pony bis zum riesigen Shire-Horse (gesprochen: Scheia Hors). Richter beobachten, wie sich das Pferd benimmt und verteilen dann Noten, wie in der Schule. Eine „1“ ist sehr gut, eine „6“ ungenügend.

In Bad Hersfeld ist für die meisten Vierbeiner die schwarze Plane auf dem Boden die schwierigste Aufgabe. Manche rammen entschlossen ihre Hufe in den Boden, andere machen gleich auf dem Absatz kehrt. Das ist dann auch eine Gelassenheitsprüfung für ihre Besitzer. Wenn sie sich jetzt aufregen, wird das Pferd noch ängstlicher werden und auf keinen Fall über die Plane gehen.

Doch die meisten Menschen machen ihre Sache gut. Sie beruhigen ihre Pferde und manche der Tiere gehen dann tatsächlich über die furchterregende Plane drüber.

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