Paulas Nachrichten

Eine Karte für Rollstuhlfahrer

05.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Ah, mein alter Feind: Stufen“, seufzt der Panda Po im Zeichentrickfilm „Kung Fu Panda 2“. Beim Anblick von Stufen stöhnt der moppelige Panda. Was im Film viele Leute zum Lachen bringt, ist für Menschen mit Behinderung ein echtes Problem.

Der Screenshot von der Internetseite www.wheelmap.org zeigt die Gegend rund um den Fernsehturm in Berlin. Foto: wheelmap.org

„Eine Stufe kann bedeuten, dass ich nicht reinkomme“, erzählt Raúl Aguayo-Krauthausen. Der 31-Jährige sitzt im Rollstuhl. Doch Raúl und seine Freunde dachten sich eine Lösung für das Stufen-Problem aus. Mit einer guten Idee, der Technik des Internets und ihren Smartphones erfanden sie die „Wheelmap“.

„dpa-Nachrichten für Kinder“ erzählte Raúl, wozu sie gut ist.

Was ist die „Wheelmap“?

Im Internet haben wir einen Online-Stadtplan eingerichtet, in den man Bibliotheken, Restaurants, Schulen und andere Orte eintragen und finden kann. Die Seite heißt www.wheelmap.org – also Landkarte für Rollen. Sie ist auch von unterwegs über unsere Apps für Smartphones aufrufbar.

Was ist das Problem an solchen Orten?

Als Rollstuhlfahrer kommt man nicht überall rein. Eine Stufe, die höher als sieben Zentimeter ist, also etwa eine Handbreit, kann man mit dem Rollstuhl oft nicht hochfahren. Aber auch Kinderwagen und andere Leute, die mit Rollen unterwegs sind, haben hier Schwierigkeiten. Deswegen sammeln wir in unserem Stadtplan im Internet rollstuhlgerechte Orte. Das funktioniert so ähnlich, wie eine Suchmaschine mit einer Landkarte.

Jeder kann mitmachen und Orte in der Karte kennzeichnen. Grün steht dabei für einen rollstuhlgerechten Ort. Was kann man noch machen?

Auf unserer Seite im Internet kann man sich eine Vorlage für Aufkleber runterladen und sie selbst drucken lassen. Wer einen „grünen Ort“ gefunden hat, kann mit dem Besitzer sprechen und an seiner Tür unseren Aufkleber anbringen. Wir hoffen, dass es so irgendwann ganz normal wird, dass mitbedacht wird, ob ein Ort für Menschen mit Behinderung zugänglich ist. Mein großer Traum: dass alle Telefonbücher, Auto-Hersteller und Straßenfest-Organisatoren unsere Daten in ihre Systeme übernehmen. Das würde einiges für Rollis einfacher machen. Mach mit, damit es wahr wird!

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