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Eine ganz besondere Kamera - "Handyfilmen ist einfach"

25.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Unvorstellbar – ein Leben ohne Handys! Die Dinger haben viel mehr drauf als Klingeln und Gequassel übertragen. Man kann damit teils Musik hören, Spiele spielen oder im Internet surfen. Außerdem ist das Handy oft eine Kamera für die Hosentasche. Sogar eine Filmkamera! Mit dem Telefon in der Hand heißt es immer öfter: Action, Film läuft! Und wer gute Filme macht, kann sie bei Wettbewerben einreichen, erzählte die Handyfilm-Expertin Isabelle Azoulay dpa-Nachrichten für Kinder.

nHandyfilme drehen und ins Internet stellen, sei kinderleicht. Stimmt das?

Ganz richtig, fast jedes Handy ist heute mit einer Filmfunktion ausgestattet. Außerdem verbessert sich die Qualität dieser Filmmöglichkeit stetig. Die Bilder sind nicht mehr so wackelig und grobkörnig wie früher. Und auch der Ton wird immer besser. Und: Wir haben diese Kamera immer bei uns.

nEs gab ja Vorfälle, wo Schüler andere verprügelt haben und das Ganze gefilmt und weiterverteilt haben. Hat der Handyfilm als Prügelfilm einen schlechten Ruf?

Das Filmen mit dem Handy hatte in der Tat einen verdammt schlechten Start. In den Zeitungen, im Fernsehen und im Radio gab es viele schlechte Schlagzeilen. Eben deshalb muss drastisch umgelenkt werden: Macht intelligente Filme und zeigt sie!

nManche sagen auch, es wird mit dem Handy nur blödes Zeug gefilmt.

Keineswegs, es gibt jede Menge schöne Geschichten, die man auch in nur einer Minute erzählen kann. Überhaupt ist eine Minute lang. Da muss man auch was Schönes zu erzählen haben, damit man Interesse beim Publikum weckt. Das ist eigentlich dasselbe wie bei einem langen Kinofilm.

nKann der Handyfilm also Kunst sein? Und jeder ein Künstler?

Leider steckt nicht in jedem Handynutzer ein Künstler. Aber jeder kann es probieren. Jeder Mensch kann kreativ sein! Handyfilmen ist einfach. Es ist kostenlos, leicht zugänglich und gerade bei jungen Menschen liegt Handyfilmen voll im Trend.

nEs gibt ja auch Wettbewerbe. Richtige Festivals sind das, oder?

Genau, das Filmen mit dem Handy regt sich überall. Viele merken: Ich kann leicht teilhaben. Einreichen kann man seinen selbst gedrehten Handyfilm dann zum Beispiel bei Wettbewerben wie dem Berliner „Mobile Film Festival“ oder beim „European Media Art Festival“ in Osnabrück.

nGibt es einen Handyfilm für junge Leute, eine Mini-Geschichte, die ein Renner ist?

Ja, die „Kaktusdame“ von Enrique Lütke Zutelgte oder auch „Diebe und Lügner“ von Martha Reckers. Beide laufen unter de.mobilefilmfestival.com.

Interview: Antje Lorscheider

Mit vielen Handys kann man kurze Filme drehen. Foto: Lukas Barth

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