Paulas Nachrichten

Ein Star mit Problemen

19.05.2018, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Zugvögel haben Schwierigkeiten genug Futter zu finden

Er ist ein Star! Er hat ein tolles Gefieder und kann super Geräusche nachmachen. Aber deswegen wurde er nicht zum Vogel des Jahres gewählt. Dem Star geht es schlecht, denn er findet immer weniger zur fressen.

Hübsch! Besonders in der Sonne schillern die schwarzen Federn des Stars metallisch blau, lila und grün. Foto: Patrick Pleul

HILPOLTSTEIN (dpa). Eilig watschelt der Vogel über die Wiese, bohrt seinen Schnabel in die weiche Erde, läuft weiter und bohrt erneut. Er ist auf der Suche nach Futter. Auf den ersten Blick sieht der Vogel aus wie eine Amsel. Aber halt, Amseln laufen ja meist gar nicht. Sie hüpfen, mit beiden Beinen! Dieser Vogel setzt aber einen Fuß vor den anderen.

Stare bleiben gerne zusammen – dann sind sie für Raubvögel schwerer zu fangen. Foto: Julian Stratenschulte

Sobald das Sonnenlicht auf die Federn fällt, ist alles klar. Das ist keine Amsel, das ist ein Star!

Lecker! Stare ernähren sich unter anderem von Würmern. Foto: Ralf Hirschberge

Von Fachleuten wurde er zum Vogel des Jahres gewählt. Das ist aber keine so tolle Auszeichnung. Denn mit diesem Titel wollen die Fachleute auf bedrohte Vogelarten aufmerksam machen. Und so eine bedrohte Art ist mittlerweile auch der Star.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl dieser Vögel immer mehr abgenommen. „Aber wir Menschen bekommen das gar nicht richtig mit, da wir den Star noch oft sehen“, sagt die Vogel-Expertin Christiane Geidel.

Doch warum geht es dem Star eigentlich schlecht? „Er findet immer weniger zu fressen“, erklärt die Fachfrau. Stare ernähren sich unter anderem von Insekten, Würmern und Larven. Die finden sie besonders gut auf Wiesen und Weiden, auf denen das Gras nicht so hoch wächst. Aber von diesen Flächen gibt es in der Landschaft immer weniger, weil Kühe und Schafe nicht mehr oft draußen stehen. Der Vogel-Experte Eric Neuling sagt: „Es werden immer mehr Tiere in Ställen gehalten.“

Deshalb ziehen die Stare häufig in Stadt, zum Beispiel in Parks oder auf Fußballplätze. Dort ist das Gras meistens schön kurz. „Aber es funktioniert nicht, dass alle Stare vom Land in die Städte einwandern. Dazu gibt es dort nicht genug Platz und genug Futter“, sagt Eric Neuling. Wichtig wäre es deswegen, dass mehr Kühe und Schafe und Ziegen auf Weiden fressen können.

Jetzt im Frühjahr kann man Stare besonders gut erkennen. In der Sonne beginnen ihre schwarzen Federn bunt zu schillern – metallisch blau, lila und grün. Der Star trägt sein Pracht-Kleid. Er hat sich sozusagen herausgeputzt. Fachleute sprechen in dieser Zeit auch vom Glanz-Star. Im Herbst und Winter sind die Vögel nicht ganz so auffällig. Dann sind ihre Federn schwarz mit Punkten – das sind die weißen Federspitzen. Der Vogel trägt sein Schlicht-Kleid.

Stare können auch super Geräusche nachmachen. Zum Beispiel die Triller-Pfeife eines Schiedsrichters. In dem Land Großbritannien musste einmal ein Fußballspiel abgebrochen werden, weil ein Vogel die Pfeife des Schiris nachmachte. Das brachte das ganze Spiel durcheinander. Auch andere Geräusche können die Stare: die Klingeltöne von Handys zum Beispiel, oder Sirenen und Alarm-Anlagen.

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