Paulas Nachrichten

Ein Sack, der Musik macht

17.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Glen geht durchs Zimmer – und Schritt für Schritt spielt er dabei die Töne einer Melodie. Sie kommen aus einer kleinen schwarzen Pfeife, in die Glen kräftig hineinpustet. Der 13-Jährige aus Berlin lernt ein ganz besonderes Musikinstrument: Dudelsack.

Weil ein richtiger Dudelsack recht groß und schwer und ziemlich laut ist, nimmt Glen zum Üben diese kleine Pfeife aus Plastik. Das macht man am Anfang fast immer so. Erst nach etwa einem halben oder einem Jahr sollte man sich am großen Dudelsack probieren. Das Üben ist schließlich auch mit der Pfeife anstrengend genug. Bis man die ersten Lieder spielen kann, dauert es.

Ein Dudelsack funktioniert nämlich anders als die meisten Instrumente. Zum Beispiel kann man darauf denselben Ton nicht zweimal hintereinander spielen. Und man kann die Lautstärke nicht verändern. Damit trotzdem eine Melodie entsteht, gibt es eine Technik, die man Verzierungen nennt. Das sind Extra-Töne, die zwischen die gleichen Töne geschoben werden.

Die Verzierungen zu lernen, ist schwierig. Aber Glen macht es Spaß. „Ich übe jeden Tag“, sagt er. Der Schüler ist bei einem Urlaub mit seiner Familie in Schottland neugierig auf den Dudelsack geworden. Das Land ist berühmt für seine Dudelsackspieler. „Ich fand vor allem toll, wenn viele Dudelsäcke gleichzeitig zu hören waren. Das klang sehr beeindruckend“, erzählt er.

Dudelsack-Lehrer Gunther Haußknecht erklärt: „Dudelsack spielt man am besten in der Gruppe. Wenn 10 bis 20 Dudelsäcke gemeinsam ertönen, klingt das einfach besser, als wenn nur 4 zu hören sind.“

Seit einem halben Jahr etwa nimmt Glen jetzt Unterricht bei ihm. Bald wird Glen auch einen richtigen Dudelsack bekommen und darauf üben. Das wird dann noch etwas schwieriger als mit der Pfeife.

Auch Gunther Haußknecht muss kräftig pusten, damit die tiefen Klänge aus seinem Instrument kommen. Sein Dudelsack ist aus grünem Samt, aber es gibt unendlich viele Varianten: Kariert und sogar mit Blümchen oder Kuhmuster. Der Lehrer bläst in ein dickes Rohr aus braunem Holz, auf noch einer Pfeife spielt er mit den Fingern und drei weitere liegen auf seiner linken Schulter. Schon ist der ganze Raum erfüllt mit dem schönen Brummen des Dudelsacks. Das kann Glen sicherlich bald auch.

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