Paulas Nachrichten

Ein Rennwagen aus Streichhölzern

09.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein großer Formel-1-Wagen im eigenen Zimmer, das klingt irre, oder? Genau so ein Flitzer steht in der Wohnung von Michael Arndt in Hannover. Fahren kann der McLaren-Mercedes aber nicht, denn er ist aus Streichhölzern. Michael Arndt hat ihn in sechseinhalb Jahre gebastelt – und dabei fast eine Million Streichhölzer zusammengeklebt.

Jetzt ist der Renner fertig und so groß, dass sich Michael Arndt sogar hineinsetzen kann. Billig war das 4,70 Meter lange und 250 Kilogramm schwere Modell nicht. 6500 Euro musste Arndt für Streichhölzer und 1686 Tuben Kleber ausgeben.

Außerdem war das Basteln mühselig. Viele würden wohl wahnsinnig werden, wenn sie jahrelang Streichhölzer aneinanderreihen müssten. Michael Arndt findet das entspannend. „Jeden Tag nach der Arbeit und auch oft am Wochenende setze ich mich für ein bis zwei Stunden hin und baue“, erzählt er.

Seine Freunde konnten sich das erst gar nicht vorstellen und hielten ihn für verrückt. Auch seine Freundin mag das Bauen mit den Hölzern nicht so recht. Mit ihr fährt Michael Arndt lieber Fahrrad oder geht schwimmen.

Dafür hat ihm sein Vater ein Beil gebaut, mit dem er die roten Köpfe von den Streichhölzern abschlagen kann. Das ist wichtig, damit im Wohnzimmer kein Feuer ausbricht. Vor dem Rennwagen hat der Hannoveraner schon andere Dinge nachgebaut: Zwei Lokomotiven, das Rathaus von Hannover, ein Denkmal aus dem Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen und das bayerische Schloss Neuschwanstein. „Die Überlegung, selbst etwas zu konstruieren – das reizt mich“, sagt er.

Den Rennwagen will er jetzt verkaufen, weil er kaum noch Platz im Wohnzimmer hat. Und er baut schon am nächsten, kleineren Modell: von der berühmten Rialto-Brücke in Venedig.

Sechseinhalb Jahre soll es aber dieses Mal nicht dauern.

Michael Arndt sitzt in seinem aus Streichhölzern gebauten McLaren-Mercedes in Originalgröße im Zimmer. Daumen hoch: Michael Arndt kann in seinem Auto sitzen, fahren kann er damit aber nicht. Foto: Holger Hollemann

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