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Ein Museum voller Monster Die Ausstellung in Nürnberg zeigt alle möglichen Fantasiewesen

22.08.2015, Von Julia Rudorf — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eigentlich sind sie gruselig. Trotzdem finden Menschen sie spannend: Monster, Dämonen, Drachen und Vampire. Darum geht es gerade in einer Ausstellung in Süddeutschland. Emre und Levin haben sich die schreckliche Schau angesehen.

Ein Basilisk in der Ausstellung „Monster. Fantastische Bilderwelten zwischen Grauen und Komik“ im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Bayern). Viele Menschen gruseln sich gerne vor Monstern.

NÜRNBERG. Die Augen sind groß wie Autoreifen und schauen böse. Oberhalb der Ohren sitzen Teufelshörner. Und das Maul erst! Emre und Levin gucken sich das Eingangstor genau an. Es sieht aus wie ein Teufelsmaul. Wer sich die Ausstellung „Monster“ ansehen will, muss durch dieses Tor.

„Cool!“, findet Levin. Die Ausstellung wollte er sich schon lange ansehen. Genau wie Emre: „Monster finde ich spannend“, sagt er. Beide wollen wissen, ob die Ausstellung echt gruselig ist. Deshalb sind sie heute hier, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Diese Stadt liegt im Bundesland Bayern.

Das Museum dort hat eine große Ausstellung zu dem Thema organisiert. Denn Monster gibt es nicht erst, seit Horror-Filme gedreht werden. Auch schon vor vielen Hundert Jahren malten Künstler Bilder mit Dämonen, Monstern und Vampiren. Früher glaubten viele Leute, dass es wirklich solche furchterregenden Wesen gibt.

Heute weiß man natürlich, dass sie nur ausgedacht sind. Aber in Filmen, Büchern oder Freizeitparks lassen sich die Leute immer noch gerne von ihnen erschrecken.

Emre und Levin gruseln sich auch gerne. Die beiden Jungen sind nicht alleine in der Ausstellung, sondern mit einer Gruppe Schulkinder und zwei Lehrerinnen.

Direkt hinter dem Höllentor hängt ein schauriges Bild. Es zeigt den Kopf einer Frau. Ihre Haut ist grünlich. Ihre aufgerissenen Augen starren einen direkt an. Emre findet sie scheußlich: „Von dem Bild kann man richtig Alpträume bekommen.“

Schnell gehen sie weiter in einen Raum mit lila Wänden. Dort hängen Bilder von bunten Comic-Monstern, die ziemlich knuffig aussehen. „Der Maler wollte Monster des Alltags darstellen“, erklärt die Frau, die die Führung macht.

Es gibt ein Schlamperei-Monster und ein Schlechtes-Gewissen-Monster, das sehr gequält guckt. Solche Monster kenne jeder in sich drin, sagt die Expertin.

Im nächsten Raum hängt ein großer Kerzen-Leuchter von der Decke: ein goldener Drache an Ketten. Die Expertin erklärt, dass auch Drachen ganz typische Monster sind. Sie ähneln echten Lebewesen.

Der Drache im Leuchter ist aus verschiedenen Tieren zusammengesetzt. Seine drei Köpfe erinnern an Schlangen mit Hundeschnauzen, der Körper an ein Krokodil und die Flügel an einen Vogel.

Am Ende der Ausstellung können die Kinder selbst ein Monster basteln. Levin malt eines mit Schlangenaugen. „Ich hätte gedacht, dass wir noch mehr echt gruselige Monster sehen“, sagt er. Emres Monster sieht ein bisschen aus wie ein Löwe mit Zahnlücke. „Ein Groll-Monster“, erklärt er. Besonders fürchterlich ist es nicht. „Ich stelle mir lieber lustige Monster vor.“

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